Berliner Stil Das T-Shirt im Pizzakarton

Was machen die Leute während der Pandemie, zu Hause sitzen und sich Essen liefern lassen. Das Designduo Richert Beil bringt Mode im Pizzakarton.

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In diesem Karton wartet heiße Ware, allerdings keine Pizza sondern ein T-Shirt. Foto: Richert Beil Vergrößern
In diesem Karton wartet heiße Ware, allerdings keine Pizza sondern ein T-Shirt. © Richert Beil

480 Grad heiß muss ein Steinofen sein, damit eine gute Pizza herauskommt. Und so heißt auch die Linie, die sich das Designerduo Jale Richert und Michele Beil im vergangenen Jahr ausgedacht hat. Es ist eine Idee, die es ohne Corona sicher nicht gegeben hätte.

„Wir haben uns mit Verpackungen beschäftigt und überlegt, was man mit T-Shirts machen könnte“, sagt Jale Richert. Als dann die Geschäfte schlossen, überlegten sie, was ihnen eigentlich geblieben ist. „Die meisten sitzen gerade zu Hause und lassen sich Essen liefern.

Das wollten die beiden auch mit Mode machen, schnell und unkompliziert. „Den Pizzakarton fanden wir sowieso gut“, sagt Richert. Die Umsetzung hat dann etwas länger gedauert, aber seit zwei Wochen kann man sich ein T-Shirt (um die 90 Euro) von Richert Beil in einem eigens bedruckten Karton vom Lieferdienst Wolt an die Tür bringen lassen. Dafür arbeiten sie mit mehreren Pizzerien in der Stadt zusammen, die immer ein paar ihrer T-Shirts vorrätig haben.

Geht auch ohne Karton. Foto: Richert Beil Vergrößern
Geht auch ohne Karton. © Richert Beil

Wer will, bekommt eine Pizza dazu. „Natürlich nicht im selben Karton“, sagt Jale Richert. Auch wenn das Projekt ein großer Spaß war, ist der Inhalt doch ernst gemeint. Die T-Shirts sollen eine Ergänzung zur regulären Kollektion sein. Pizza kommt deshalb auch nicht als Motiv vor, stattdessen druckten sie Abbildungen von Kassenzetteln und Gebrauchsanleitungen auf die T-Shirts. Und weil sie sich im vergangenen Jahr viel mit der Wahl in den USA beschäftigten, geht es auch um den „American Dream“. Die 480-Grad-Kollektion kommt so gut an, dass sie die Aktion um zwei Wochen verlängert haben.

Nebenbei haben Richert und Beil an ihrer neuen Kollektion gearbeitet. Bisher standen bei ihrer Arbeit sorgfältig konstruierte Mäntel im Vordergrund, im Juni werden sie zum ersten Mal auch Sommerkleider im Sortiment haben.

Als nächstes planen sie dann eine Rundreise durch Europa. Ein bisschen wie eine Band, nur dass sie nicht Musik spielen, sondern Mode vorstellen. Ein paar Wochen wollen sie in einer Stadt bleiben und dann weiterziehen. Spätestens im September soll es losgehen.

Die T-Shirts kann man sich noch bis zum 31. Mai über Wolt mit und ohne Pizza im Berliner Stadtgebiet liefern lassen.

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