Israels Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, Foto: Kai-Uwe Heinrich
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Zum 80. Jahrestag der Wannsee-Konferenz Appell der israelischen und deutschen Botschafter gegen Holocaustleugnung

Die Botschafter von Israel und Deutschland prangern die fortwährende Leugnung der Shoah an. Bei den Vereinten Nationen wollen sie eine Resolution anstoßen.

Susanne Wasum-Rainer, die deutsche Botschafterin in Israel, und Jeremy Issacharoff, der israelische Botschafter in Deutschland, haben einen gemeinsamen Appell gegen Holocaustleugnung veröffentlicht.

Zum 80. Jahrestag der Wannsee-Konferenz prangern sie in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel und die israelische Tageszeitung „Maariv“ an, dass die Fakten der Shoah noch immer abgestritten werden und deren historischer Ausnahmecharakter relativiert werde. Die Leugnung und Trivialisierung des Menschheitsverbrechens sei dabei nicht nur unter politischen Radikalen verbreitet, sondern ein gesellschaftliches und internationales Phänomen.

Aus diesem Grund wollen Israel und Deutschland am Donnerstag bei den Vereinten Nationen gemeinsam eine Resolution anstoßen und rufen die politisch Verantwortlichen weltweit zur Unterstützung auf.

„Diese Resolution soll ein Zeichen der Hoffnung und der Inspiration für alle Staaten und Gesellschaften sein, die für Vielfalt und Toleranz einstehen, nach Versöhnung streben und verstehen, dass die Erinnerung an den Holocaust unabdingbar dafür ist, dass sich derartige Verbrechen nicht wiederholen“, schreiben die Botschafter.

Die Leugnung historischer Fakten des Holocausts sei nicht nur ein Angriff auf die Opfer der Vernichtung und ihre Nachkommen, auf Jüdinnen und Juden in aller Welt und den Staat Israel. Es sei auch ein Angriff „auf die Grundbedingung friedlicher Gesellschaften und friedlichen Zusammenlebens weltweit“.

Die Botschafter machen auch Vorschläge für konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung der Holocaustleugnung: Dazu gehören eine einheitliche Definition von Antisemitismus, Investitionen in Bildung und Aufklärung sowie Maßnahmen, um die Infragestellung und Relativierung des Holocausts in den sozialen Medien zu verhindern.

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