Zukunftsmusik. Die Jugendorchester aus Deutschland und der Ukraine befinden sich aktuell auf einer Benefiztournee. Foto: Peter Adamik
© Peter Adamik

Youth Symphony Orchestra of Ukraine Ein Abend in Blau und Gelb

Das deutsche und das ukrainische Jugendjugendorchester spielen „United for the Future“ in der Philharmonie. Ein Zeichen für den Frieden.

„United for the Future“ heißt das Motto eines Programms, das die nationalen Jugendorchester der Ukraine und Deutschlands miteinander erarbeitet haben.

Ursprünglich war der gemeinsame Abend der beiden Orchester in Odessa geplant, wo das Konzert durch den Angriffskrieg Putins unmöglich wurde. Jetzt eröffnet das Youth Symphony Orchestra of Ukraine mit dem Bundesjugendorchester eine Benefiztournee, die der Aufrechterhaltung des ukrainischen Orchesters dienen soll.

Seine Arbeit wird von deutschen Partnerinstitutionen unterstützt. Darunter engagiert sich auch das Bundesjugendorchester, das als Gründung des Deutschen Musikrates schon 53 Jahre alt ist. Paten sind die Berliner Philharmoniker, die bereits unter Dirigenten wie Karajan und Petrenko auftraten.

Die Beleuchtung der Philharmonie steht im Zeichen von Blau und Gelb. Dankbar verweist die Harfenistin des Orchesters auf die große Bedeutung der Freundschaft und Hilfe der Deutschen, so sei man „in dunklen Zeiten nicht allein“. Ihr Orchester wurde erst 2016 gegründet mit dem Ziel, die begabtesten Talente zwischen 12 und 22 Jahren aus der Ukraine zu fördern und als Kulturbotschafter zu fungieren.

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Mitglieder beider Orchester spielen zusammen in großer Besetzung. Und erstaunlich homogen klingen die geheimnisvoll kreisenden Sechzehntel der Bratschen. Sie leiten die Symphonische Ballade „Grazhyna“ (1955) von Borys Ljatoschynskyi ein. Zu den murmelnden Bratschenfiguren tritt im Englischhorn das Thema der litauischen Titelheldin, die im Kampf gegen den Deutschen Orden fällt. Der Komponist gilt als Vater der ukrainischen Musik. Seine Partitur erweist selbst in den Turbulenzen des Krieges anmutige Eigenart und schließt einen sensiblen Trauermarsch ein, worauf das wiederholte Thema zum Ausklang mit leisem Pizzikato führt. Die Aufführung macht neugierig auf mehr aus dem Schaffen Ljatoschynskyjs.

Sein Werk wird gerahmt mit der „Prometheus“-Ouvertüre Beethovens und der Achten von Dvorák. Am Pult steht der Ukrainer Artem Lonhinov, der als Geiger Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie war und seine Erfahrungen als Dirigent jetzt an der Münchner Musikhochschule ergänzt. Seine Vorstellungskraft verbindet sich in kühler Präsenz. Sie hilft dem Zusammenspiel der Musikerinnen und Musiker aus den beiden Orchestern. Ihnen geht es um die Gemeinsamkeit von „Jugend für Frieden“.

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