Eine positive Geste der ägyptischen Seite

Rohbau des Amarna-Museums in Minia. Foto: Katharina Eglau
Tell el-Amarna heute Die Erben von Echnaton und Nofretete

Im Mai reiste die Chefin des Ägyptischen Museums Berlin, Friederike Seyfried, dann zu einer ersten Besichtigung des halbfertigen Museumsbaus nach Minia. Im kommenden Frühjahr sind erste Treffen zwischen Baufirma, ägyptischer Antikenverwaltung und deutschen Fachleuten geplant. „Beide Seiten müssen zunächst einmal ausloten, wie man das am besten zusammen bewerkstelligen kann“, sagt Seyfried. Eine Eröffnung bereits im Jahr 2013 jedoch, wie in der ägyptischen Presse spekuliert, schließt sie definitiv aus. „Ein frommer Wunsch“, meint sie, zumal eine Finanzplanung und eine Finanzierung bisher fehlen. Ungeklärt ist nach ihren Worten auch, ob sich die Bundesregierung aus ihrem 100-Millionen-Euro-Fond für die so genannten Transformationspartnerschaften mit Ägypten, Libyen und Tunesien beteiligt, der auch Mittel für kulturelle Projekte vorsieht.

Nach dem Wunsch von Seidlmayer soll der ungelöste Konflikt um die Büste der Nofretete „das sensationelle Vorhaben“ nicht überschatten. Tell el-Amarna sei beiden Völkern wichtig, eine Schlüsselepoche für Ägypten und Deutschland. „Das neue Museum in Minia kann zum Symbol werden für die Gemeinsamkeit der beiden Nationen“, hofft Seidlmayer. Die Berliner Museumschefin Friederike Seyfried dagegen sieht das etwas kantiger. Das Angebot, das Museum zu vollenden, sei „eine positive und schöne Geste der ägyptischen Seite“, sagt sie. Dieses Projekt aber „ist von der Nofretete vollkommen abgekoppelt“.

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