Die österreichische Band Bilderbuch. Foto: Universal
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Soundcheck Award 2017 „Magic Life“ von Bilderbuch zum besten Album gekürt

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Bestes Album 2017: Die österreichische Band Bilderbuch gewinnt mit "Magic Life" den Soundcheck Award von Tagesspiegel und Radio Eins.

„Peitsch mich, Baby / Ich brauch’ Hits“, heißt es in „I Love Stress“ von Bilderbuch. Und wenn der Song auch von den Qualen eines neurotisch nach Anerkennung gierenden Egos erzählt, so hat die österreichische Band nach Meinung der aus Tagesspiegel- und Radioeins-Experten gebildeten Jury doch die höchste Anerkennung verdient. Ihr Album „Magic Life“ wird mit dem Soundcheck Award 2017 ausgezeichnet.

Der Preis für das beste Album des Jahres wird seit 2010 gemeinsam von Tagesspiegel und Radioeins verliehen und wurde bereits an Neil Young, James Blake und Tocotronic vergeben. Er ist benannt nach der Radiosendung, in der jeden Freitag aktuelle Neuveröffentlichungen von einer vierköpfigen Kritikerrunde diskutiert werden. Die Alben, die mit einer vierfachen Hit-Wertung bedacht werden, sind automatisch für den Award nominiert. 2017 waren das 19 Werke. Der Juryentscheidung ging ein Auswahlverfahren voraus, an dem etwa 60 Musikjournalisten und Gäste der Sendung beteiligt waren. Vier Alben wurden nach deren Votum in die engere Wahl gezogen.

Kendrick Lamar, Sleaford Mods und Kelela waren auf der Shortlist

Obwohl sich auf der Shortlist auch das allseits hochgelobte Album „Damn.“ von Kendrick Lamar befand, reicht es nach mehrheitlicher Auffassung der Jury nicht an frühere, politisch aufgeladene Arbeiten des Rappers heran und sei mit seinem Gestus der inneren Emigration vielleicht auch nicht das, was man in aufgewühlten und diffamierenden Zeiten schätze. Auch „English Tapas“ von den Sleaford Mods verfolge ein zu enges ästhetisches Konzept, befand die Jury.

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Dass sich Bilderbuch schließlich gegen Kelelas „Take Me Apart“ und damit knapp gegen die Langerzählung einer R-’n’-B-Sängerin durchsetzte, die über den Schmerz einer zerbrochenen Liebe zur imposanten, feministischen Selbstbehauptung findet, lag an der einstimmigen Überzeugung der Jury, dass die vier Musiker aus Wien zu einer „Band mit Weltniveau“ geworden seien. Dem Instrumentarium nach eine Rockband, ufert ihre Musik ständig in andere Genres wie Funk, Soul oder Disco aus. „Magic Life“ zeichnet ein exaktes Bild von den Luxusbedürfnissen und Absturzängsten der Gegenwart. Der Preis wird der Band in Form eines Plakat-Unikats überreicht, das von dem Illustrator Otto Steininger gestaltet wird.

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