Oliver Reese, Intendant vom Berliner Ensemble, stellt bei einem Pressetermin die Pläne des BE zu einer zweite feste Spielstätte vor. Sie soll im Innenhof des Theaters entstehen. Foto: Jens Kalaene, dpa
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Saison 2019/20 Ein zweites Haus für das Berliner Ensemble

Die Pläne für die nächste Saison am Berliner Ensemble: Unter anderem gibt's eine neue Bühne und eine Kästner-Adaption von Frank Castorf.

Das Berliner Ensemble bekommt im Herbst erstmals eine ordentliche zweite Spielstätte. Ein älteres Nebengebäude wird derzeit für 5,5 Millionen Euro zu einer voll ausgestatteten Bühne umgebaut, sagte Intendant Oliver Reese am Montag. So könne eine „Wunde in der Historie“ des Theaters geschlossen werden, nach mehr als 125 Jahren. Am 19. September sollen die Innenräume des zweiten Hauses öffnen, die Fassade wird voraussichtlich ein Jahr später fertig sein.

Bei der Pressekonferenz am Montag wurde auch das Programm für die Saison 2019/20 vorgestellt. In seiner dritten Spielzeit plant Reese für das Theater am Schiffbauerdamm 14 Premieren. Unter anderem wird der frühere Volksbühnen-Intendant Frank Castorf einen seiner Lieblingsromane für die Bühne adaptieren, „Fabian“ von Erich Kästner aus dem Jahr 1931. Das Stück feiert unter dem ursprünglich geplanten Romantitel „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ am 28. 3. 2020 Premiere. Geplant ist auch die Uraufführung von Ferdinand von Schirachs zweitem Theaterstück „Gott“, darin geht es unter anderem um Sterbehilfe. Regie führt Oliver Reese selbst (25. 4. 2020).

Ersan Mondtags "Baal" steht auf dem Programm

Zu Beginn der neuen Spielzeit steht Ersan Mondtags Inszenierung von Bertolt Brechts „Baal“ auf dem Programm, Premiere ist am 6. September. Michael Thalheimer inszeniert Karl Schönherrs „Glaube und Heimat“ sowie Fassbinders „Katzelmacher“. Andrea Breth wird sich im Januar „Drei Mal Leben“ von Yasmina Reza vornehmen.

Das neue Zweitgebäude soll neben einem zweiten Theatersaal auch einen kleineren Veranstaltungsraum umfassen, den sogenannten Werkraum. Ursprünglich waren in dem Gebäude einmal die Verwaltung und Probenräume, aber auch eine Sauna und ein Schachclub untergebracht. Für die kommende Saison sind dort mehrere Premieren geplant, unter anderem „Pussy. Eine Ode an die Männlichkeit“ von Stephanie van Batum und „Gott ist nicht schüchtern“ nach dem Roman von Olga Grjasnowa. dpa/Tsp

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