Rasoulof 2013 in Cannes. Foto: Sebastien Nogier / dpa/ picture-alliance
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Mohammad Rasoulof Iranischer Regisseur zu einem Jahr Haft verurteilt

Er hatte in seinen Filmen den Iran kritisch dargestellt: Wegen "Gefährdung der nationalen Sicherheit" ist Mohammad Rasoulof jetzt verurteilt worden.

Der iranische Regisseur Mohammad Rasoulof ist nach Angaben des Hamburger Filmfests im Iran zu einer einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. „Wie so oft ist erneut ein Künstler Opfer einer willkürlichen Rechtsprechung“, teilte Festivalleiter Albert Wiederspiel am Mittwoch in Hamburg mit und rief zum Protest dagegen auf. „Mohammad Rasoulofs Verbrechen bestehen darin, Filme über seine Heimat zu machen.“ Der Filmemacher dürfe den Iran für die nächsten zwei Jahre nicht verlassen. Die Festspielleitung sei aus dem engen Umfeld des Regisseurs über die Verurteilung informiert worden, ergänzte ein Sprecherin. Rasoulofs Familie lebt in der Hansestadt.

Die iranischen Revolutionsgarden sollen dem Filmemacher den Angaben zufolge Gefährdung der nationalen Sicherheit und Propaganda gegen die islamische Regierung vorgeworfen haben. Ausschlaggebend für das Urteil sei die kritische Darstellung des Irans in den Filmen „Auf Wiedersehen“, „Manuscripts Don't Burn“ und „A Man of Integrity“ gewesen, teilte das Filmfest mit. Rasoulof war im Jahr 2005 erstmals Gast beim Filmfest, als er für „Iron Island“ den Preis der Hamburger Filmkritik erhielt. Nach der Konfiszierung seines Passes habe Rasoulof vor zwei Jahren nicht mehr an der Deutschlandpremiere von „A Man of Integrity“ in Hamburg teilnehmen können, der Film hatte zuvor in Cannes einen Preis erhalten. (dpa)

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