Szene aus "Forcast" von Ari Benjamin Meyer an der Berliner Volksbühne. Foto: Joachim Koltzer
© Joachim Koltzer

Kulturtipps für Corona-Zeiten Was machen wir heute? Streaming-Vorschläge für den Freitag

Theater, Konzerthäuser, alles zu? Kulturtipps für Online-Flaneure: Das Wetter wird zweimal Thema, an der Volksbühne und bei der Tanzcompagnie Rubato. Und das BE hört mit dem Streamen auf.

Streaming-Tipps für Freitag, 5. Juni

Theater-Tipp 1

Der Wunsch des Menschen nach Berechenbarkeit und Planung war in der Corona-Krise einem enormen Stresstest ausgesetzt. In seiner Arbeit "Forecast" wollte der er amerikanische Künstler und Komponist Ari Benjamin Meyers schon vor der Pandemie diesem Drang nachspüren - und wählte dazu etwas, das allgegenwärtig und doch völlig unkontrollierbar ist: Das Wetter. "Es ist Phänomen und Ausgangspunkt für einen Abend über Vorhersehbarkeit und den Menschen als Erfinder der Zukunft mit seinem Bedürfnis nach Prognose, Kontrolle und Imagination", schreibt die Volksbühne. Premiere hätte dort am 23. April sein sollen. Das Ensemble hat sich im Mai trotzdem getroffen, um einen Ausschnitt aus der Arbeit als konzertante Session auf Video aufzuzeichnen. Die Volksbühne streamt das Ergebnis noch bis Samstag 18 Uhr (www.volksbuehne-berlin.de).

Tanz-Tipp

Doppelt hält besser: Auch ein anderes Ensemble stellt an diesem Wochenende das Wetter in den Mittelpunkt seiner Arbeit, oder vielmehr: den Zusammenhang von Mensch, Natur und Gesellschaft. "KörperWetter" heißt die Produktion der Tanzcompagnie Rubato, die am 3. Juni Premiere hätte haben sollen. Stattdessen werden jetzt Freitag, Samstag und Sonntag jeweils 20- bis 25-minütige Episoden online auf der Webseite zu sehen sein. "KörperWetter sucht mit den Mitteln des Tanzes nach Möglichkeiten, ohne Narration, ohne Dogmen, Ideologien und Religiosität einen physischen und geistigen Raum zu schaffen, der immer wieder neu das Verhältnis des Körpers als Teil der Natur und des Körpers als zivilisatorischer, als kultureller Körper, auslotet, infrage stellt und neu bestimmt", so Rubato.

Theater-Tipp 2

Gute Neuigkeiten: Das Berliner Ensemble beendet sein Streaming-Angebot. Das heißt nämlich, dass wieder real gespielt wird. Und zwar umsonst und draußen, für maximal 50 Zuschauerinnen und Zuschauer. "Hof-Theater" heißt das Format, das am 10. Juni beginnen und bis Ende der Spielzeit 15 Vorstellungen präsentieren soll. Der letzte Stream geht an diesem Freitag um 18 Uhr online: "Ballroom Schmitz", eine fiktive Live-Radio-Show von Barbara Bürks und Clemens Sienknecht. Im April wäre regulär die Dernière gewesen, jetzt beschließt die Produktion immerhin das digitale Programm am Schiffbauerdamm. Der Mittschnitt steht eine Woche auf der Webseite zur Verfügung.

Interaktive Karte

Klassik-Tipp 1

Bis 2017 war Nicole Chevalier im Ensemble der Komischen Oper Berlin, bis heute drückt die Sopranistin jeder Produktion, in der sie auftritt, mit ihren mitreißenden Darstellungskünsten ihren Stempel auf. An diesem Freitag um 19.30 Uhr ist sie zu Gast in der digitalen Mini-Konzert-Reihe "Celebrations" der Komischen Oper und wird ein Überraschungsprogramm präsentieren gemeinsam mit dem Gastgeber, Intendant Barrie Kosky, am Klavier.

Klassik-Tipp 2

Das freitägliche Streaming-Konzert der Berliner Staatskapelle bietet dieses Mal den Bläsern eine Bühne. Neue Höreindrücke sind garantiert: So erklingen Auszüge aus Mozarts "Così fan tutte" für Bläserquintett arrangiert, neun Holzbläser und vier Hörner werden Wagners Vorspiel zu den "Meistersingern von Nürmberg" intonieren. "Auch Jazziges ist zu erleben", schreibt die Staatsoper, "in Gestalt von Musik aus dem ,Kill Till Musette Project' von Frank Raschke. Verschiedene Orchesterwerke von Richard Strauss (,Till Eulenspiegel' und der ,Zarathustra' etwa) klingen an und scheinen immer wieder durch – und doch ist es etwas sehr Anderes und Besonderes, was da entsteht und sich entfaltet". (www.staatsoper-berlin.de)

(Zusammenstellung: uba)

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