Chefdirigent Christoph Eschenbach (links) und Intendant Sebastian Nordmann. Foto: Pablo Castagnola
© Pablo Castagnola

Konzerthaus Berlin Ran an den Mann und die Frau

In der kommenden Saison 2022/23 will sich das Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt als besonders mutig erweisen.

Eine Nähe zum Publikum aufzubauen, das ist Sebastian Nordmann, dem Berliner Konzerthaus-Intendanten extrem wichtig. Und zwar auf allen nur erdenklichen Kanälen. Tagsüber lassen sich im Vestibül des klassizistischen Musentempels am Gendarmenmarkt diverse digitale Spielereien ausprobieren, bis hin zum Flug durch den Saal mittels Virtual- Reality-Brille. Und sogar auf dem Videospiele-Portal Twitch ist das Konzerthaus regelmäßig aktiv.

Aber auch bei den Live-Konzerten will Nordmann Neues wagen. Im November beispielsweise mit einem Festival, das den schön doppeldeutigen Namen „Aus den Fugen trägt“. Die besonders im Barock beliebten mehrstimmigen Kompositionen werden dabei sein, allerdings in ungewohnter Form, wenn nämlich der Cembalist Jean Rondeau und der Perkussionist Tancrède Kummer über Bachs „Goldberg-Variationen“ improvisieren.

Fazil Say wird einen Klavierabend zu gesellschaftspolitischen Themen konzipieren, bei einem Dunkelkonzert steht ein Werk von Georg Friedrich Haas für sechs Flügel im Zentrum, eingeladen ist auch die Techno-Marching Band „die Meute“.

Sopranistin Fatma Said ist "Artist in Residence"

Ebenfalls grenzenlos denkt die Sopranistin Fatma Said, die in der kommenden Saison „Artist in Residence“ am Gendarmenmarkt ist. Von Jazz über Tango bis zum romantischen Kunstlied reicht die Palette ihrer Ausdrucksformen, sie tritt mit einem A Cappella-Männerquintett auf und unternimmt mit dem Konzerthausorchester eine Klangreise rund ums Mittelmeer, bis in ihre Heimat Ägypten.

Chefdirigent Christoph Eschenbach ist auch in seiner letzten Saison weiterhin für die großen sinfonischen Brocken zuständig, er wird sich Mahlers 2. und 5. Sinfonie vornehmen, sowie das Klavierquintett von Brahms in der „genialen“ Orchestration durch Arnold Schönberg. Zum Musikfest leitet er eine Hommage an den Komponisten Aribert Reimann, bei seinem Abschiedskonzert wird er Mozarts Requiem mit der „Unvollendeten“ von Schubert kombinieren. Ehrendirigent Ivan Fischer kehrt für vier Programme zurück, unter den Gästen am Pult des Konzerthausorchesters sind auch die Dirigentinnen Elim Cham, Stephanie Childress, Lucie Leguay und Alondra de la Parra.

Zur Startseite