Klischee-Kunde Wo die Faulen, wo die Fleißigen wohnen in Europa

Land der langen Mittagspause: Die Spanier

Que inventen ellos!“ – „Sollen sie doch erfinden!“, spöttelte der spanische Schriftsteller Miguel de Unanumo 1906 und meinte damit die europäischen Industrienationen. An dieser „Sollen die anderen doch machen“-Mentalität hat sich in den letzten hundert Jahren nicht viel geändert – als Forschungs- und Entwicklungsstandort ist Spanien nicht bekannt, und Ambitionen, Exportweltmeister zu werden, sind ebenso wenig vorhanden. Ist das Land der langen Mittagspause wirklich an alten Bauerntraditionen hängen geblieben? Spricht man Spanier auf die Siesta an, erntet man meist Empörung. Dies sei in den meisten Unternehmen nicht mehr üblich! Auch die Statistik zeigt, dass Spanier keine Faulpelze sind. Spanische Frauen arbeiten durchschnittlich drei Jahre länger als deutsche. Nichts da mit früher Rente! Doch warum kommen die Spanier auf fast fünf Jahre weniger Arbeitszeit? Ganz einfach: durch die Kunst der Pause. Lücken im Lebenslauf sind normal und werden gern mit Tätigkeiten gefüllt, von denen das Finanzamt nichts erfährt. An die Regeln halten? Das ist was für Deutsche.

Und weil Durchwurschteln so anstrengend ist, muss erst einmal ausgeruht werden, etwa an einem der vielen Feiertage zu Ehren der spanischen Schutzheiligen. Madrid hat drei Schutzpatrone, dazu kommen die Nationalheilige, der Heilige Jakob und der Tag der unbefleckten Empfängnis. 95 Prozent der Spanier sind katholisch. Dafür muss Frau Merkel als Pastorentochter und CDU-Vorsitzende doch Verständnis haben. Nantke Garrelts

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