Düster. Glen Hansard veröffentlicht mit "This Wild Willing" ein beeindruckendes Ensemble-Album. Foto: Stephan Vanfleteren
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Glen Hansard, Mine, Anderson .Paak Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/-innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Mit Glen Hansard, Mine, Anderson .Paak und Chemical Brothers.

Glen Hansard: This Wild Willing (Anti)

Eigentlich wollte Glen Hansard ein reduziertes Akustikalbum machen. Dann hatte er inspirierende Begegnungen mit den klassisch geschulten Brüdern Khoshravesh und vielen weiteren Musikern, also nahm er ein offenes Ensemble-Album auf. Die Produktion ist raumgreifend und beeindruckend transparent, die Songs sind überwiegend düster sinnierend. Torsten Groß, Moderator

Mine: Klebstoff (Caroline)

Man könnte sagen, Mine macht Deutschpop, wenn das nur nicht so irreführend nach Radioschlagern mit Glückskeksweisheiten klingen würde. Die studierte Jazzsängerin und Songwriterin mixt auf ihrem dritten Album auch mal Dudelsäcke und Flöten zu Elektrobeats und Streicherwellen, textet dazu Grüblerisches. Etwas verstiegen, aber sehr interessant. Ariana Zustra, Musikjournalismus

Anderson .Paak: Ventura (Warner)

Sein größtes Kapital: ein Zwischending zu sein. Straßentaugliche Rap-Ernsthaftigkeit auf der einen Seite, radiotauglicher Soul auf der anderen. Das machte „Malibu“ zu einem kleinen Meisterwerk, vergiftete aber den Nachfolger „Oxnard“ vor allem wegen Dr. Dres altbackener Produktion. Wenige Monate später erscheint nun die Fortsetzung: Sie entstammt der gleichen Session, produziert hat wieder Dr. Dre. Dennis Pohl, Spex

Chemical Brothers: No Geography (Universal)

Die Big-Beat-Meister aus Manchester lassen es auf ihrem neunten Studioalbum so munter krachen wie stets seit den Neunzigern. Die Bass-Lines ballern, die Synthies flackern und perlen, feine Vocalsamples treffen auf Gastsängerin Aurora und den japanischen Rapper Nene. Großer Rave-Spaß. Nadine Lange, Tagesspiegel

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