oJean-Yves Le Drian, Ministre des de l'Europe et des Affaires étrangères avec son homologue Heiko Maas, Ministre des Affaires Étrangères à Berlin, Mai 2018. Foto: imago/Jens Schicke
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Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian Vielfalt ist Trumpf

Für eine deutsch-französische Union der europäischen Kultur

Die Präsentation der französischen und französischsprachigen Literatur bei der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2017 hat sich nachhaltig in das europäische Bewusstsein eingeprägt. Dieses Ereignis hat die bemerkenswerte Verbindung zwischen der Öffentlichkeit und den Schriftstellern unserer beiden Länder hervorgehoben, wie der Erfolg von Leïla Slimani, Michel Houellebecq und Virginie Despentes in Deutschland und von Herta Müller, Bernhard Schlink und Hans Magnus Enzensberger in Frankreich zeigt. Ein historischer Erfolg des Élysée-Vertrags ist, diese kulturelle Annäherung zwischen unseren Ländern ermöglicht zu haben, die zu großartigen Ergebnissen führte: Einsatz für das Erlernen der Sprache des anderen, Gründung des Deutsch-Französischen Jugendwerks, Hunderte von Städtepartnerschaften.

Daher stellten der französische Präsident und die Bundeskanzlerin in Frankfurt die Kultur in den Mittelpunkt der Neubelebung des Projekts Europa. Mit der Kultur bekräftigen wir unsere Identität als Europäer und unsere Werte: Mehrsprachigkeit, Verteidigung von Kulturschaffen und -schaffenden, demokratische Vitalität der Zivilgesellschaften. Die Kultur- und Kreativwirtschaft sorgt auch für mehr Beschäftigung auf unserem Kontinent. Kurzum: Kultur ist ein wichtiger Trumpf Europas.

Das französische Außenministerium und das Auswärtige Amt mit Heiko Maas, unsere Kolleginnen Françoise Nyssen und Monika Grütters und die Gebietskörperschaften setzen alles daran, um Franzosen, Deutsche und Europäer für die Verteidigung dieses Trumpfs zu mobilisieren, denn unser Kulturmodell muss in einem starken Wettbewerb bestehen.

Als Gegenpol zur Hegemonie des Englischen kann die deutsch-französische Kulturunion die gemeinsame Kenntnis und die Verbreitung unserer Sprachen bieten. Gestützt auf ihr Netzwerk aus Bildungseinrichtungen und Lernenden in beiden Ländern, muss sie die Vorhut bilden für die Umsetzung des Plans für französische Sprache und Mehrsprachigkeit, den Emmanuel Macron am 20. März vorgestellt hat.

Gegenpol zu Obskurantismus

Als Gegenpol zu Obskurantismus und Radikalisierung des Denkens verkörpert die deutsch-französische Union Ideen und Wissen, auch durch die Umgestaltung der Deutsch-Französischen Hochschule zum Vorbild für europäische Universitäten, wie es der französische Präsident bei seiner Rede an der Sorbonne vorgeschlagen hat. Als Gegenpol zur Standardisierung kultureller Inhalte und allgegenwärtiger Deregulierung müssen unsere öffentlichen Sendeanstalten Vorreiter für die digitale Souveränität Europas sein und die Voraussetzungen für ein europäisches Netflix schaffen.

Unsere Diplomaten werden diese Ziele umsetzen. Diplomatische und kulturelle Netzwerke werden die Wegbereiter der deutsch-französischen Union für die europäische Kultur sein, angefangen mit den zehn neuen gemeinsamen Kulturzentren, die wir in Kürze eröffnen werden. Sie sind das Symbol unserer Aktionsgemeinschaft für die Strahlkraft der europäischen Kultur in die Welt hinaus.

Jean-Yves Le Drian ist französischer Außenminister.

Den Beitrag des Außenministers können Sie hier im französischen Original lesen.

Uni pour la culture en Europe: Jean-Yves Le Drian et Heiko Maas à l'occasion d'une visite de la communauté artistique "Ateliergemeinschaft Gerichtshöfe" à Berlin, Mai 2018. Foto: Florian Gaertner/Imago Vergrößern
Uni pour la culture en Europe: Jean-Yves Le Drian et Heiko Maas à l'occasion d'une visite de la communauté artistique "Ateliergemeinschaft Gerichtshöfe" à Berlin, Mai 2018. © Foto: Florian Gaertner/Imago
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