Die Komponistin Olga Neuwirth wurde 1968 in Graz geboren. Foto: dpa/Rui Camilo
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Ernst von Siemens Musikstiftung 5,6 Millionen Euro für die Zukunft der Musik

Olga Neuwirth erhält den Ernst von Siemens Musikpreis 2022. Und viele junge Musikerinnen und Musiker profitieren ebenfalls von der Stiftung.

Sie scheut die Provokation nicht, fordert ihr Publikum multimedial heraus, mixt alle Stilrichtungen der Musik mit sämtlichen Kunstgattungen, kämpft für Frauenrechte und fordert „androgyne Klänge“: Olga Neuwirth ist eine streitbare Komponistin – und darum ist es eine mutige Entscheidung, der 1968 geborenen Österreicherin den Ernst von Siemens Musikpreis 2022 zu verleihen. Eine Entscheidung, die zeigt, dass diese renommierte, mit 250 000 Euro dotierte Auszeichnung mehr sein will als ein Verdienstorden für die Lebensleistung, mehr als das Sahnehäubchen auf einer Künstlerbiografie.

Der Musikpreis ist sicher der medienwirksamste Aspekt in der Arbeit der Schweizer EvS-Stiftung, doch der Fokus der Aktivitäten liegt auf der Förderung junger Menschen. Insgesamt schüttet die Stiftung in diesem Jahr 5,6 Millionen Euro aus. Allein zwei Millionen davon fließen in einen Hilfsfonds, der Musikstudierende in der Schweiz, Österreich und Deutschland unterstützt, die durch die Corona-Pandemie in finanzielle Not geraten sind. Seit 2020 wurde dieser Hilfsfonds bereits mit rund acht Millionen Euro gespeist.

Allein zwei Millionen gehen an den Corona-Hilfsfonds

Mit jeweils 35 000 Euro üppig dotiert sind die drei Förderpreise für Komponist:innen, die jährlich von der EvS-Stiftung vergeben werden. Sie gehen 2022 an Benjamin Attahir aus Frankreich, an die Britin Naomi Pinnock sowie an Mikel Urquiza aus Spanien. Neben dem Preisgeld erhalten die Komponist:innen die Möglichkeit, ihre Werke unter professionellen Bedingungen aufzunehmen.

Seit 2020 gibt es zudem die Ensemble Förderpreise der Ernst von Siemens Musikstiftung, die junge Ensembles nachhaltig in ihrer künstlerischen und strukturellen Entwicklung unterstützen sollen. Zwei Ensembles werden dabei jährlich mit bis zu 75 000 Euro ausgestattet. Aktuell sind es das Ensemble Spóldzielnia Muzyczna aus Krakau sowie das Explore Ensemble aus London.

Der größte Anteil der jährlichen Fördersumme schließlich geht mit über drei Millionen an rund 130 zeitgenössische Musikprojekte weltweit. Die Ernst von Siemens Musikstiftung fördert dabei sowohl einzelne Kompositionsaufträge als auch ganze Konzertprojekte und Festivals von Reykjavik über Prag bis nach New York.

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