Melancholiker mit Feingefühl. Die Einstürzenden Neubauten. Foto: Mote Sinabel/dpa
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Einstürzende Neubauten, Perfume Genius, Charli XCX Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Einstürzende Neubauten, Perfume Genius, Charli XCX und Sparks.

Einstürzende Neubauten: Alles in allem (Poptomak)

Bescheidenheit ist keine Eigenschaft, die man mit Blixa Bargeld verbindet. Trotzdem: Nichts am Titel ist vermessen. „Alles in allem“ ist die Quintessenz der Neubauten im 40. Karrierejahr. Melancholisch verwehte, assoziativ getextete Kunstlieder mit hoher Pop-Sensibilität. Grandioses Alterswerk. Torsten Groß, Moderator

Perfume Genius: Set My Heart On Fire Immediately (Begg.)

Auf seinem Debüt sang er zum Piano. Dann entdeckte Mike Hadreas den Computer, schuf Klangwelten, die aus Trauer Entfesselung heraustanzen. Musik, wie ein Schlagen auf große, schwere Sofakissen. Auf seinem 5. macht er die Musikgeschichte zum Kissen. Julia Friese, Musikjournalistin

Charli XCX: How I’m Feelin Now (Atlantic)

Arbeitswut oder die Flucht vor sich selbst? Die Britin Charli XCX nutzt die Quarantäne, um ein Album von null an zu beginnen und in Windeseile zu veröffentlichen. Von Breakup-Balladen bis EDM-Beats ist alles drauf, der stärkste Song: „I Finally Understand“. Raffaela Jungbauer, Radioeins

Sparks: A Steady Drip, Drip, Drip (BMG)

Die Popkarriere von Ron und Russell Mael ist ein einziges Comeback: Sie werden entdeckt, gefeiert, vergessen, wiederentdeckt. Auf ihrem 24. Studioalbum geht es ums iPhone und Strawinskys einzigen Hit. Die Sparks sind über 70 und klingen wie ewige Teenager: hysterisch, herrlich überkandidelt. Christian Schröder, Tagesspiegel

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