Nazif Mujić 2013 mit seinem Silbernen Bären als bester Schauspieler. Foto: Ronny Hartmann/pool/dpa
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Dieter Kosslick zum Tod von Nazif Mujić „Er starb, weil er arm war“

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Berlinale-Chef Dieter Kosslick trauert um den Bären-Gewinner Nazif Mujić. Den Laiendarsteller habe genau das Schicksal ereilt, von dem sein Film handelt.

Berlinale-Direktor Dieter Kosslick äußerte sich am Samstag bei der Preisverleihung der unabhängigen Juries noch einmal zum Tod von Bären-Gewinner Nazif Mujić. „Mujić ist gestorben, weil er arm war“, sagte Kosslick über den bosnischen Laiendarsteller und Angehörigen der Roma-Minderheit, der 2013 für den halbdokumentarischen Film „Aus dem Leben eines Schrottsammlers“ als bester Darsteller mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet worden war. Mujić war am vergangenen Sonntag im Alter von 48 Jahren in dem bosnischen Dorf Svatovac gestorben.

„Er war krank, er konnte sich keine medizinische Behandlung leisten“, erklärte der Berlinale-Chef. Tragischerweise habe Mujić genau das Schicksal ereilt, von dem „Aus dem Leben eines Schrottsammlers“ erzählt. Darin spielt Nazif Mujić sich selbst, wie er sich verzweifelt und schließlich erfolgreich darum bemüht, dass seine kranke Frau ärztlich behandelt wird. Sich selbst konnte er offenbar nicht helfen.

Schon 2014 sei Mujić krank gewesen, so Kosslick. Die Berlinale hatte dem Bären-Gewinner und seiner Familie einen Anwalt besorgt, damit er nicht zuletzt wegen seiner Erkrankung ein Bleiberecht erhält und sein Asylantrag angenommen wird – was die deutschen Behörden jedoch ablehnten. Es sei tragisch, dass gerade mal eine gute Flugstunde von Berlin entfernt ein so unglaubliche Armut herrsche, sagte Kosslick. Das dürfe man am Ende dieser ansonsten friedlichen, freundlichen und für die Jahreszeit ungewöhnlich sonnigen 68. Berlinale nicht vergessen. Tsp

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