Miete, Strom, Gas. Die Türen zelebrieren das Lebensgefühl des modernen Menschen. Foto: Markus Fiedler
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Die Türen, Dendemann, Toy Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/-innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Die Türen, Dendemann, Toy und Daniel Haaksmann.

Die Türen: Exoterik (Staatsakt)

Im Glutsommer 2018 bildete die Band Die Türen eine temporäre Kommune in der Uckermark. Befreit von allen Produktionszwängen spielt das Kollektiv frei los. Es entstand das Unding des Pop: eine Dreifach-LP. „Exoterik“ aber ist ein Geniestreich. Die Türen beschwören deutsche Musik von den Kosmischen Kurieren bis zum Düsseldorfer Post-Punk. Maurice Summen reduziert seine Texte auf Slogans, die das Lebensgefühl des modernen Menschen beschreiben: Miete, Strom, Gas.Andreas Müller, Moderator

Dendemann: Da nich für! (Vertigo Berlin/ Universal)

Neun Jahre hat sich Daniel Ebel für sein neues Dendemann-Album Zeit gelassen. Mittlerweile 44 Jahre alt stellt er darauf die Frage: Wie altert man im Rap? Eigentlich ist er zu müde für den Scheiß. Andererseits macht „Da nich für!“ mit Beats von den Krauts, Kitschkrieg und anderen Laune. Dendemanns Reime und Humor tun ihr Übriges. Elissa Hiersemann, Radio eins

Toy: Happy In The Hollow (Tough Love)

Die starken Momente dieses Albums leben vom krautrockenden Puls, den Toy sich im Laufe von bald zehn Jahren zu eigen gemacht haben. Auf fordernde Grooves, liebevoll garniert mit Surf-Gitarren, analogen Synthies und gezupften Gitarren, folgen leider auch ein paar belanglos dahindriftende psychedelische Tracks. Das nächste Album dann bitte wieder mit Natasha Khan (Sexwitch) aufnehmen! Steen Lorenzen, Radio eins

Daniel Haaksman: With Love, From Berlin (Akira)

Mit freundlichen Grüßen aus der Hauptstadt. Neun Tracks als musikalische Postkarten, die der Berliner DJ und seine Freunde aus aller Welt in alle Welt schicken wollen, gegen das alte Bum-Bum-Techno-Klischee, das die Stadt nicht loszuwerden scheint. Irgendwo zwischen der multilingualen 24/7-Freiheit mit Millionen Schmetterlingen und der Ödnis eines Januartags an der Spree. Anke Myrrhe, Tagesspiegel

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