Im ehemaligen Ballsaal des Internationalen Congress Centrums arbeiten jetzt Musikerinnen und Musiker. Foto: Kai Bienert
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Deutsches Symphonie-Orchester Berlin Im ICC ist wieder Musik drin

Die Konzerte des DSO finden weiterhin in der Berliner Philharmonie statt, geprobt aber wird im ICC. Dort wurde jetzt auch die Saison 2022/23 vorgestellt.

Vor Publikum auftreten dürfen sie hier leider nicht, denn offiziell ist das Internationale Congress Centrum seit 2014 stillgelegt. Doch zum Proben treffen sich die Musikerinnen und Musiker des Deutschen Symphonie-Orchesters seit Februar im Aluminium-Raumschiff am Messegelände. Ihr angestammter Saal im Fernsehzentrum des RBB schräg gegenüber wird nämlich derzeit saniert.

Der Ortswechsel in den ehemaligen ICC-Ballsaals ist eine Herausforderung für das DSO und seinen Chefdirigenten Robin Ticciati, berichtet die Bratschistin Eve Wickert bei der Präsentation der kommenden Saison: Nicht jeder mag das futuristische Ambiente – und auch die Akustik hat hier ihre Tücken.

Umso besser, dass die großen sinfonischen Konzerte des DSO weiterhin in der Philharmonie stattfinden. Ticciati wird neben Mahler und Bruckner jede Menge Britisches präsentieren, Werke des 20. und 21. Jahrhunderts, aber auch die Oper „The Wreckers“ der britischen Komponistin Ethel Smyth (1858 - 1944).

Die neue Leiterin der künstlerischen Planung, Marlene Brüggen, hat dafür gesorgt, dass von den zehn „Neuen“, die 2022/23 erstmals das DSO dirigieren werden, tatsächlich die Hälfte weiblich ist, nämlich Oksana Lyniv, Anna Handler, Teresa Riveiro Böhm, Katharina Wincor und Rebecca Tong.

Marlene Brüggen (links, Leiterin künstlerische Planung), Eve Wickert (Bratschistin), Thomas Schmidt-Ott (Orchesterdirektor) Foto: Kai Bienert Vergrößern
Marlene Brüggen (links, Leiterin künstlerische Planung), Eve Wickert (Bratschistin), Thomas Schmidt-Ott (Orchesterdirektor) © Kai Bienert

Orchesterdirektor Thomas Schmidt- Ott wiederum konnte Dieter Hallervorden als Kooperationspartner für „Die Kunst der UnFuge“ gewinnen, eine Reihe, bei der im Steglitzer Schlossparktheater Kabarettisten wie Christian Ehring und Mathias Riechling auf Formationen des DSO treffen.

Die Regisseurin Andrea Tortosa Baquero erarbeitet mit dem DSO und dem Rundfunkchor Berlin eine halbszenische Fassung von Händels „Solomon“–Oratorium, und in der ersten Vertonung von Goethes „Werther“, einem Melodram des Italieners Gaetano Pugnani, verkörpert der Schauspieler Sabin Tambrea den leidenden Jüngling. Ingo Metzmacher, der als DSO-Chef vor 15 Jahren die „Casual Concerts“ erfunden hat, wird einen solchen Abend entspannt dirigieren und moderieren. Kammerkonzerte gibt es unter anderem im Humboldt Forum, auf der Zitadelle Spandau und im Kühlhaus am Gleisdreieck. Um die heilende Wirkung von Musik schließlich geht es bei einem Festival im März 2023.

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