Zandonais "Francesca da Rimini" kann 2023 endlich vor Publikum gezeigt werden. Foto: Monika Rittershaus
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Deutsche Oper Berlin Was Intendant Dietmar Schwarz vorhat

In der kommenden Saison plant die Deutsch Oper fünf große Neuinszenierungen. Und das Musiktheater muss sich Ausweichquartiere suchen.

Es dauert 39 Minuten bis zum ersten Mal der Name eines Sängers fällt, Dirigenten kommen nur zweimal vor bei dieser Pressekonferenz der Deutschen Oper Berlin. Einer von ihnen, Generalmusikdirektor Donald Runnicles, nimmt gar nicht persönlich teil an der Präsentation der kommenden Saison seines Hauses, weil er gerade in New York weilt.

Dafür ist der Regisseur Tobias Kratzer vor Ort und wird von Intendant Dietmar Schwarz ausführlich zu den drei Richard-Strauss-Opern befragt, die er an der Bismarckstraße inszenieren wird, angefangen mit „Arabella“. Die Deutsche Oper ist eben eine Bühne mit starkem Fokus auf der szenischen Seite des Musiktheaters – und wird es bis zum Ende der Ära Schwarz im Sommer 2025 wohl auch bleiben.

Regie führen ausschließlich Männer

Regisseurinnen sind 2022/23 nicht für große Neuproduktionen engagiert, David Hermann wird „Fidelio“ herausbringen, Vasily Barkhatov nimmt sich Verdis „Simon Boccanegra“ an. Benedikt von Peter richtet Bach Matthäus-Passion für die Opernbühne zu, wobei Kinder die Handlung spielen und neben Chor-Profis auch Laien mitsingen sollen. Die Uraufführung von Giorgio Battistellis „Il Teorema di Pasolini“ wurde dem britisch-irischen Theaterkollektiv Dead Centre anvertraut.

Massenets "Hérodiade" wird konzertant gegeben

Ihre Publikumspremiere erlebt Zandonais Verismo-Drama „Francesca da Rimini“, das coronabedingt bisher nur als Stream gezeigt werden konnte. In konzertanter Form wird die Veroperung des Salome-Stoffes durch den französischen Komponisten Jules Massenet von 1881 vorgestellt: „Hérodiade“. Es dirigiert Enrique Mazzola.

Weil die Hubpodien im Orchestergraben ausgetauscht werden, ist nach der Sommerpause auch die große Bühne bis zum 5. November gesperrt. Ensemble und Orchester aber werden präsent sein, Rossinis „Semiramide“ konzertant im Haus der Festspiele zeigen, Mahlers 2. Sinfonie in der Philharmonie spielen und Zemlinskys „Florentinische Tragöde“ im Konzerthaus. Zu den wenigen Stargästen, die bei Repertoirevorstellungen der Deutschen Oper 2022/23 auftreten, gehören Nina Stemme, Rolando Villazon, Vittorio Grigolo und Anja Harteros.

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