Von Samstag: Tanz und Unterwassermusik am Stuttgarter Staatsballett

Szene aus "Naiad" mit mit Sinéad Brodd. Foto: Stuttgarter Ballett
Das große Finale der Streaming-Tipps Diese Online-Empfehlungen hat unsere Kulturredaktion für die nächsten Wochen

Streaming-Tipp für Samstag, 20 Juni

Tanz-Tipp

Faszinierende Unterwasser-Atmosphäre verspricht das Stuttgart Ballet im Video-On-Demand "Naiad". Die Mythologie kennt zahlreiche meist weibliche Meereswesen, auch die Najaden gehören dazu. Douglas Lee, ehemaliger Erster Solist des Stuttgarter Staatsballetts und freischaffender Choreograf, hat mit "Naiad" einen "dunkel schimmernden Einakter" geschaffen, der noch bis Sonntag auf der Webseite des Staatsballetts und auf dessem Youtube-Kanal zu sehen ist. Zu gesprochenen Fragmenten von Alfred Lord Tennysons "The Kraken" treffen die Tänzerinnen und Tänzer auf eine Najade. Begleitet von der Musik von Joby Talbot und einer Auftragskomposition von Nicolas Sávva entspinnt sich ein futuristisch anmutendes, geheimnisvolles Tanzstück.

Theater-Tipp

"Radarost", ein interessantes, in seiner Fremdheit eigentümlich schillerndes Wort, das Räume für die Phantasie aufschließt. Es klingt wie eine Figur aus einer Verdi-Oper, oder ist es russisch? Des Rätsels Lösung ist banaler: Unter www.radarost.digital streamt das Deutsche Theater Berlin seit Freitag und noch bis Sonntag das digitales Festival "Radar Ost". Theaterkunst aus Osteuropa und Russland ist annonciert, auf drei Bühnen und in acht weiteren Räumen des Hauses, über 50 Stunden nonstop bei freiem Eintritt. "In dreidimensionalen vertrauten und unbekannten Räumen können Sie digitale Editionen geplanter Gastspiele, Premieren länderübergreifender Kollaborationen sowie Livestreams von Inszenierungen namhafter Regisseure und Regisseurinnen erleben – zusätzlich zu Lectures, Konzerten, Chats und Workshops", so das DT.

Klassik-Tipp 1

Galas leben von der Musik, aber mehr noch von rauschenden Roben, dem Klirren der Sektgläser, einem verschmitzten Lächeln, den Blicken, die zwischen den Tischen hin- und herfliegen, von witzigen Anekdoten und Smalltalk. Geht alles nicht in Corona-Zeiten. Die Berliner Staatsoper lässt sich davon nicht einschüchtern und präsentiert mutmacherisch an diesem Samstag ab 19 Uhr trotzdem den Livestream einer richtigen Operngala, nur eben ohne Publikum. Auftreten werden unter anderem Olga Peretyatko, Elsa Dreisig, Anna Prohaska, Evelin Novak, Ekaterina Siurina, Marina Prudenskaya, Charles Castronovo, Michael Volle, Grigory Shkarupa und René Pape - sie singen Arien von Mozart und Arien des Belcanto-Dreigestirns Verdi, Bellini und Rossini. Begleitet werden sie von Klaus Sallmann, Bonnie Wagner und Alevtina Sagitullina am Klavier.

Klassik-Tipp 2

Neben "Elektra" ist "Salome" wohl die eindrucksvollste Oper, die Richard Strauss geschrieben hat. Die Story um die biblische Frau, die erst Herodes Antipas den Kopf verdreht und dann den Kopf Johannes' des Täufers verlangt, ist von Strauss mit aufwühlender, schwül-erotischer Musik vertont worden und schnurrt in äußerster Verknappung in nur etwas unter zwei Stunden ab. In ihrem Programm "Opera Is ON" streamt die San Francisco Opera ab Samstag, 10 Uhr Ortszeit (19 Uhr in Deutschland) die Aufzeichnung einer "Salome"-Inszenierung von James Robinson mit Nadja Michael in der Titelrolle und Greer Grimsley als Jochanaan.

(Zusammenstellung: uba)

Zur Startseite