Vom Mittwoch: eine Weltreise mit dem British Museum, Diskutieren mit Martin Wuttke

Das große Finale der Streaming-Tipps Diese Online-Empfehlungen hat unsere Kulturredaktion für die nächsten Wochen
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Streaming-Tipps für Mittwoch, 13. Mai

Kunst-Tipp

Der internationale Luftverkehr ist zusammengebrochen, aber das British Museum ermöglicht eine kleine Weltreise vom Schreibtisch aus: Im Online-Projekt "The Museum of the World" kann man ausgewählte Exponate auf einem Zeitstrahl anklicken, der von vorgeschichtlicher Zeit bis in die 2020er Jahre reicht. Die Stücke sind nach Kontinenten und nach Kategorien wie Kunst, Handle, Religion oder Politik aufgeschlüsselt. Das Gemälde "Die Krähe unterrichtet die Tiere" (um 1600, Bild oben, die Krähe ist ganz oben auf dem Felsen zu sehen) stammt aus Indien und entstand während der Mughal-Dynastie im Auftrag Kaisers Akbar. Solche auf Fabeln basierenden Bilder waren ein beliebtes Mittel, um Prinzen zu unterrichten. Unbedingt auch die Audio-Spur neben dem Text anhören, dort erfährt man von Kuratorinnen und Kuratoren zusätzlich spannende Details.

Theater-Tipp 1

Seit Dienstag ist der Theaterpodcast #25 von Deutschlandfunk Kultur und Nachtkritik online - und er beschäftigt sich mit dem Thema, das jetzt alle umtreibt: "Was soll das für ein Corona-konformes Theater der Zukunft werden, für Publikum wie Akteure auf der Bühne? Im Ankündigungstext heißt es: Wird das nicht "ein Theater zum Abgewöhnen", wie der Intendant der Berliner Schaubühne, Thomas Ostermeier vermutet? Oder doch eine Chance, etwas Neues zu versuchen?" Susanne Burkhardt und Elena Philipp sprechen mit Kritikerin Cornelia Fiedler und Schauspieler Martin Wuttke - der bereits 2016 in "Stadion der Weltjugend" mit René Pollesch in Kornwestheim den Reiz des Autokinos entdeckt hatte.

Alexander Kluge 2017 in Berlin. Foto: picture alliance / Britta Peders Vergrößern
Alexander Kluge 2017 in Berlin. © picture alliance / Britta Peders

Theater-Tipp 2

Ohne dass sie etwas Böses getan hätte, wurde Elizaveta Bam eines Morgens verhaftet: "Elizaveta Bam" von Daniil Charms (1928) gilt laut Maxim Gorki Theater als ein Grundlagentext des absurden Theaters: "Die Situation gerät völlig aus den Fugen und die zu Beginn existentielle Gefahr schlägt in ein clowneskes Spiel um", heißt es auf der Webseite. An diesem Mittwoch um 18 Uhr ist Christian Weises Inszenierung des Stücks von 2018 mit dem Exil Ensemble für 24 Stunden als Stream zu sehen (Trailer bei Youtube). "Das Leben in einer Diktatur, und sei es die des Proletariats, lässt sich eigentlich nur mit absurdem Theater fassen", so leitet Georg Kasch seine Rezension auf Nachtkritik ein.

Klassik-Tipp

"Intonations", das Kammermusikfestival von Elena Bashkirova im Jüdischen Museum Berlin, endet traditionell mit dem wunderbaren Oktett Es-Dur op. 20 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Dieses Jahr ist alles anders. Nicht nur findet das verkürzte Festival ausschließlich in Form dreier live gestreamter Konzerte ohne Publikum statt - das Oktett fällt auch weg. Acht Musiker auf der Bühne, das ist unter aktuellen Abstandsregeln nicht realisierbar. Stattdessen erklingt heute, beim mittleren der drei Konzerte, ein anderes Mendelssohnsches Werk, das kompositorisch zum Oktett hinführt: sein Streichquintett B-Dur op. 87. Dazu der von Anton Webern arrangierte Schatz-Walzer von Johann Strauß, Mozarts "Kegelstatt"-Trio und der Klavierquartettsatz a-Moll von Gustav Mahler.

(Zusammenstellung: uba)

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