Noch am Sonntag zu sehen: Ein Dokumentarfilm über die Neue Nationalgalerie

Hetty Berg, Direktorin des Jüdischen Museums Berlin Foto: Yves Sucksdorff
Das große Finale der Streaming-Tipps Diese Online-Empfehlungen hat unsere Kulturredaktion für die nächsten Wochen

Streaming-Tipps für Samstag, 16. Mai

Kunst-Tipp

Einige Häuser in Berlin sind wieder geöffnet, aber nicht dieses: Die Neue Nationalgalerie am Kulturforum ist der Stadt schon seit 2015, als die Sanierung begann, abhanden gekommen. Verrammelt hinter Bretterwänden fristet sie seither als ihrer Bestimmung entleerte Hülle ein Dasein im Wartestand. In Erinnerung bringt sie an diesem Wochenende der Dokumentarfilm "Die Neue Nationalgalerie. Das Jahrhundertbauwerk des Architekten Ludwig Mies van der Rohe" von Ina Weisse. Sie ist die Tochter des Architekten Rolf Weisse, der im Büro von Mies van der Rohe in Chicago gearbeitet hat. Die Regisseurin spricht mit unter anderem mit ihrem Vater, mit Mies' Enkel Dirk Lohan und dem mit der Sanierung beauftragten David Chipperfield. Der Film ist für exakt 48 Stunden, ab Samstag 0 Uhr bis Sonntag 23.59 Uhr, bei Vimeo zu sehen - kostenfrei unter Eingabe eines Aktionscodes.

Psychoanalyse-Tipp

Die Webseite des Wissenschaftskollegs zu Berlin bietet so manche Fundstücke. So kann man sich aktuelle Vorträge der Fellows aus ihren jeweiligen Fachgebieten anhören, etwa Andreas Meyer vom Pariser Centre national de la recherche scientifique, der über "Freud und die Geschichte der Psychoanalye: Jenseits der biografischen Illusion" spricht. Auszug: "Freud stellt die Biografik als ein zutiefst trügerisches Genre in diametralen Gegensatz zum therapeutischen Projekt der Psychoanalyse... Im Fall der Biografik als Genre manifestiere sich, so Freud, die Illusion in der Fixierung der Biografen an ihre jeweiligen Helden und der damit einhergehenden Idealisierungsarbeit, die ihren Gegenstand entstellen muss."

Besser im Bad: Dargmar Manzel als Cleopatra Foto: Iko Freese Vergrößern
Besser im Bad: Dargmar Manzel als Cleopatra © Iko Freese

Theater-Tipp

Das virtuelle Theatertreffen ist vorbei - die Zukunft der Bühnen in einer von Abstandsregeln geprägten Realität hat gerade erst begonnen. Drei Produktionen des Theatertreffens 2020 und 2019 - die als 3sat-Aufzeichnung vorliegen - sind unter dem Rubrum "Starke Stücke" noch bis Ende Juli online abrufbar: „Hamlet“ (Regie: Johan Simons), „Persona“ (Regie: Anna Bergmann) und „Tartuffe oder das Schwein der Weisen“ (Regie: Claudia Bauer). Zu "Hamlet" gibt's außerdem weiterhin das Nachgespräch, moderiert von Tagesspiegel-Kritikerin Christine Wahl.

Urania-Tipp

Was macht eine Institution wie die Urania, deren Kernkompetenz das Anbieten von Vorträgen ist, in Corona-Zeiten? Sie verlegt alles ins Internet - als Podcast längerfristig abrufbar. Browsen auf www.urania.de/digital lohnt sich: So erklärt etwa Wildtierexperte Dirk Ehlert, wie der Lockdown das Leben der Tiere in der Großstadt verändert, Nora Imlau spricht über die Rückkehr überwunden geglaubter Rollenbilder in der Krise - und die Wirtschaftskorrespondentin der taz, Ulrike Herrmann, unterhält sich mit Cornelia Jentzsch über die Entstehung des Kapitalismus im England des 18. Jahrhunderts, über sein Wachstumsideal und seine Zukunftsaussichten. Die stehen auf einem Planeten, dessen Ressourcen nicht einfach mitwachsen, nämlich denkbar schlecht.

(Zusammenstellung: uba)

Zur Startseite