Neustrelitz demonstriert, was "lebendiges Theater" bedeutet

Die Fassade des Landestheaters Neustrelitz erinnert daran, dass Theater lebendig bleibt. Foto: TOG/Eric Wegner
Das große Finale der Streaming-Tipps Diese Online-Empfehlungen hat unsere Kulturredaktion für die nächsten Wochen

Streaming-Tipps für Donnerstag, 28. Mai

Theater-Tipp

Heute mal ein Blick in die sogenannte Provinz: Das Landestheater Neustrelitz hat seinen ganz eigenen Weg gefunden, in der Stadt und bei ihren Bewohnern und Bewohnerinnen präsent zu bleiben: Physiker Marcus Doering und Beleuchtungsmeister Eric Wegner haben das nächtliche Eingangsportal mit einer interaktiven Videoprojektion gestaltet: Geht jemand vorbei, läuft, rennt oder springt, reagiert die Technik und die Projektion verändert sich. Wie das aussieht, kann man sich hier anschauen. Eine schöne Idee - und ein eindringliches Zeichen dafür, dass Theater lebendig bleibt. Die Projektion soll auch nach der geplanten Wiedereröffnung im September beibehalten werden.

Klassik-Tipp

"Bachs Sonaten und Partiten für Violine solo sind eine Welt für sich, ein Kosmos: im Großen geordnet als klar umrissener Zyklus, aber in den Einzelwerken sehr individuell gestaltet und mit einer Fülle bemerkenswerter Details ausgestattet", heißt es auf der Webseite des Berliner Konzerthauses. Immer am Donnerstag um 21 Uhr spielt eine prominente Berliner Geigerin eines der sechs Stücke im Livestream, heute ist Veronika Eberle dran mit der Partita Nr. 2 d-Moll. Sie beginnt scheinbar ganz konventionell mit Allemande, Courante, Sarabande und Gigue, doch dann folgt die 15-minütige Chaconne, die alles andere in den Schatten stellt.

Interaktive Karte

Literatur-Tipp

In der Reihe "Weiter lesen" des Literarischen Colloquiums Berlin stellt heute Karosh Taha ihren zweiten Roman "Im Bauch der Königin" vor. Taha stammt aus der Stadt Zaxo in der Autonomen Region Kurdistan im Irak und lebt seit 1997 im Ruhrgebiet. Das LCB schreibt: "'Im Bauch der Königin' (DuMont, 2020) erzählt die Geschichte der Protagonistin Shahira aus den Perspektiven zweier Freunde ihres Sohnes. Beide sind von ihr fasziniert, hegen aber gleichzeitig ihrer Lebensweise gegenüber ein gewisses Mistrauen: Shahira lehnt nämlich die strengen Konventionen der kurdischen Community ab, lebt als alleinerziehende Mutter und geht freizügig mit ihrer Sexualität um. Ihre Kompromisslosigkeit konfrontiert die jungen Männer mit ihren eigenen Vorurteilen und Sehnsüchten." Ab 19.04 Uhr auf www.lcb.de.

(Zusammenstellung: uba)

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