In Amsterdam beginnt das Holland Festival und Bachs Sonaten und Partiten bleiben auf www.konzerthaus.de länger online

Foto: Holland Festival
Das große Finale der Streaming-Tipps Diese Online-Empfehlungen hat unsere Kulturredaktion für die nächsten Wochen

Streaming-Tipps für Donnerstag, 11. Juni

Festival-Tipp

Noch ein, nun ja, ausgefallenes Ereignis: Das Holland Festival, das traditionell Theater, Tanz, Oper, Musik und Film zeigt, hätte an diesem Donnerstag beginnen sollen. Jetzt werden Teile des Programms, ähnlich wie bei den Wiener Festwochen, ins Internet verlegt. "In pursuit of the we", das ursprüngliche Thema, ist in abstandsfreudigen Zeiten aktueller denn je und entsprechend ergänzt worden durch den Zusatz "in times of social distancing". Es lohnt sich, mal durch die Webseite zu stöbern, das Programm läuft bis 21. Juni und ermöglicht zum Beispiel ein Kennenlernen mit dem Projekt "Longplayer", eine Komposition aus Klangschalen von Jem Finer, die genau tausend Jahre dauert und seit Mitternacht des 31. Dezember 1999 im Turm des Lloyd Hotels läuft. Oder "The Just and the Blind", ein Livestreaming und ein Gespräch zwischen Spoken-Word-Artist Marc Bamuthi Joseph und Komponist Daniel Bernard Roumain über institutionellen Rassismus und die Frage, warum so viele Schwarze in amerikanischen Gefängnissen sitzen (am 19. Juni).

Klassik-Tipp

Finale im Konzerthaus: Sechs herausragende Berliner Geigerinnen haben sechs Wochen lang die sechs Sonaten und Partiten für Violine Solo von Johann Sebastian Bach im Livestream interpretiert. Suyoen Kim, Konzertmeisterin des Konzerthausorchesters, setzt an diesem Donnerstag um 21 Uhr den Schlusspunkt mit der dritten Partita BWV 1006. "Das virtuose Präludium ist ein Feuerwerk unterschiedlicher Bogentechniken auf der Grundlage steter motivischer Fortspinnung des Ausgangsmaterials", heißt es dazu auf der Webseite, "Mit Gavotte, Menuett und Bourrée wechseln unterschiedliche Bewegungscharaktere, deren Virtuosität in der abschließenden Gigue noch einmal zu einem Höhepunkt geführt wird."

Theater-Tipp

Mit einer dramatisierten Fassung von Camus' Roman "Die Pest" hat das Deutsche Theater am Mittwoch Abend damit begonnen, wieder in die Welt des realen, physischen Spiels zurückzukehren - vorerst nur unter freiem Himmel. Der Stream geht derweil weiter: Donnerstag 18 Uhr bis Freitag Mittag ist Michael Thalheimers Inszenierung von Gerhart Hauptmanns "Die Ratten" von 2007 zu sehen - in dem genialisch simplen Bühnenbild von Olaf Altmann, das zwischen zwei riesigen Holzflächen nur einen schmalen Schlitz als Spielfläche freilässt, in dem die Darsteller und Darstellerinnen, unter ihnen Regine Zimmermann, nicht aufrecht stehen können.

(Zusammenstellung: uba)

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