Für eine Woche online: Michael Thalheimers Inszenierung von Heiner Müllers "Macbeth" am Berliner Ensemble

Kirill Petrenko, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Foto: Stephan Rabold
Das große Finale der Streaming-Tipps Diese Online-Empfehlungen hat unsere Kulturredaktion für die nächsten Wochen

Streaming-Tipps für Freitag, 22. Mai

Orgel-Tipp

Jeden Freitag lädt das Berliner Stadtmuseum unter dem Motto "zuhören, entspannen, nachdenken" zu einem 30-minütigen Konzert auf der Jehmlich-Orgel in die Nikolaikirche, die bekanntlich nicht mehr als sakraler Raum, sondern als Museum fungiert. Manchmal wird die Orgel auch durch Sologesang oder Chor ergänzt. Ab diesem Freitag um 17 Uhr ziehen die Konzerte für zunächst vier Wochen ins Netz um, den Anfang macht Organist Martin L. Carl mit den Stücken in C-Dur (BWV 553), e-Moll (BWV 555) und g-Moll (BWV 558) aus den Kleinen Präludien und Fugen von Johann Sebastian Bach.

Theater-Tipp

"Hamlet" war nicht das einzige Drama von Shakespeare, dass Heiner Müller adaptierte (als "Die Hamletmaschine"). 1971 übersetzte er "Macbeth", wobei - wie das Berliner Ensemble schreibt - es sich um viel mehr als eine Überarbeitung handelt, nämlich um ein "originäres Drama über die Dialektik der Macht". Ab Freitag 18 Uhr streamt das BE für eine Woche den Mitschnitt einer Inszenierung von Michael Thalheimer mit Sascha Nathan als unglückseligem schottischem König und und Constanze Becker als Lady Macbeth. Zusätzlich gibt's am 26. Mai um 21 Uhr ein digitales Publikumsgespräch mit Dramaturg Bernd Stegemann, der Darstellerin Kathrin Wehlisch und mit Sascha Nathan. Fragen können live über einen Chat gestellt werden.

Interaktive Karte

Barock-Tipp

Bekanntlich nannte Hans von Bülow Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ das Alte und die 32 Klaviersonaten Beethovens das Neue Testament der Klavierliteratur. "Bachs sechs Sonaten und Partiten für Violine solo sind für Geigerinnen und Geiger Altes und Neues Testament zugleich – eine unerschöpfliche künstlerische Inspirationsquelle, deren technische und geistige Bewältigung eine Lebensaufgabe darstellt", schreibt das Konzerthaus. An sechs Donnerstagen jeweils um 21 Uhr werden die Stücke von Berliner Musikerinnen wie Viviane Hagner, Veronika Eberle, Midori Seiler oder Suyoen Kim im Stream vorgestellt, sie bleiben auch danach online. Die erste Sonate (Viviane Hagner) und die erste Partita (Sayako Kusaka) sind bereits verfügbar, seit dem gestrigen Donnerstag ist Carolin Widmann dazugekommen - mit der Sonate Nr. 2 a-Moll und ihrem "zauberhaft lyrischen Andante, sicher ein Höhepunkt des ganzen Werkzyklus" (Konzerthaus).

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Ballett-Tipp

Tägliche "Kleine Gesten" im Netz sollen quasi ein digitales Echo der abgesagten Wiener Festwochen bildet. An diesem Freitag wird ein Ausschnitt aus Histoire(s) du Théâtre II gezeigt. "Das Stück des international gefeierten Choreografen Faustin Linyekula widmet sich dem 1974 von Diktator Mobutu Sese Seko gegründeten kongolesischen Nationalballett und hinterfragt mit den Erzählungen von drei ehemaligen Ensemblemitgliedern die Geschichte dieser Institution", so die Festwochen.

Theater-Tipp

Immer freitags gibts was Neues in der Reihe "Geist mit Humor", mit der Dieter Hallervordens Schlosspark Theater auch in Corona-Zeiten beim Publikum präsent bleiben will. Der Livestream um 19.30 Uhr widmet sich dieses Mal dem "Berliner Witz" - und bietet dazu Angelika Mann und Wolfgang Bahro auf, zwei "waschechte Berliner Pflanzen". 2019 standen sie zusammen in der Komödie "Ruhe! Wir drehen!" auf der Steglitzer Bühne, Bahro ist auch als TV-Bösewicht Jo Gerner in "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" bekannt. Zu sehen auf Facebook und Youtube.

(Zusammenstellung: uba)

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