Pultstar aus Finnland: Klaus Mäkelä, 24. Foto: Marco Borggreve/Harrisonparrot
Das große Finale der Streaming-Tipps Diese Online-Empfehlungen hat unsere Kulturredaktion für die nächsten Wochen

Streamingtipps für Mittwoch, 17. Juni

Klassik-Tipp

„Vor leeren Rängen, dafür aus übervollen Musikerherzen“: So annonciert die Hamburger Elbphilharmonie ihre nächsten Konzerte, live aber ohne Live-Publikum. 

Heute dirigiert der blutjunge finnische Pultstar Klaus Mäkelä das NDR Elbphilharmonie Orchester; auf dem Programm ab 20.15 Uhr stehen Mendelssohns Streicher-Sinfonie h-moll Nr. 10, Arnold Schönbergs „Verklärte Nacht“ und Magnus Lindbergs Violinkonzert Nr. 1, mit Pekka Kuusisto als Solist. 

Der sagt im Interview auf der Webseite, wenn Musikmachen wegen der Pandemie nicht ginge, fühle er sich „wie ein Zugvogel, der in einem Käfig gefangen ist“. Der erst 24-jährige Mäkelä tritt im Herbst als Chefdirigent beim Oslo Philharmonic Orchestra an, sein Berlin-Debüt ist für den Mai 2021 beim DSO annonciert. 

Im Juni gibt‘s noch zwei weitere Elbphi-Videokonzerte, jeweils ab 20 Uhr: am 24.6. ein „Blind Date“, mit Überraschungsprogramm, und am 26. Juni ein Abend mit Thomas Adès‘ Chamber Symphony, Beethovens Vierter und Schostakowitschs c-moll-Klavierkonzert. Es dirigiert Alan Gilbert, am Flügel sitzt Igor Levit. Alle Streams finden Sie hier. 

Film-Tipp

Wer weiß, ob ohne ihre soul-getränkten Spoken-Word-Rhythmen der Hip-Hop je erfunden worden wäre: Die Last Poets aus Harlem gelten als die Urväter des Rap. Die New Yorker Band gründete sich 1968 aus der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung heraus, sie stand den Black Panther nahe, wurde zunächst überwacht und in den Achtzigern weithin bekannt. 

Jüngere Alben entstanden unter anderem mit Kanye West. Das Museum of Modern Art hat aus Anlass und Solidarität mit den Rassismusprotesten Herbert Danskas Film „Right on!“ von 1970 online gestellt: ein Porträt der legendären Poets als Mischung aus Musikvideo, Dokumentarfilm im Guerillastil und Live-Performance auf den Straßen und Dächern New Yorks.

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Die Filmemacher nannten “Right on!” damals den „ersten komplett schwarz Film”, der keinerlei Zugeständnisse an ein weißes Publikum macht. 

In Anspielung auf den Filmtitel und mit Blick auf die „Black Lives Matter“-Bewegung sagt Luciano in seiner kurzen Einführung: „Wir hatten Recht, wir haben Recht“, die Last Poets seien revolutionäre Propheten gewesen. „Was heute geschieht, wurde damals von der Gruppe prophezeit.“ Die 2003 restaurierte Fassung basiert auf einer wiedergefundenen 35-Millimeter-Kopie. Noch bis Donnerstag auf der Webseite des MoMA.

Pop-Tipp

„Wir bleiben dran“, heißt es in der Mitteilung der Berliner Clubcommission, aber erstmal geht #Unitedwestream am 19. Juni in die Sommerpause, nach drei Monaten mit täglichem Musikstreaming der Berliner Clubs fürs Homeclubbing. 

Das Debattenformat „United We Talk“ und die weltweiten Musikstreams soll es aber auch künftig geben, teilt die Clubcommission weiter mit und spricht von einer bisher sehr erfolgreichen Kampagne. Spendenerlös: knapp 500.000 Euro. 

Aber noch ist nicht Pause, heute Abend wird ab 19 Uhr live aus dem Groove gesendet, u.a. mit Produzent und Berghain-DJ Nick Höppner. Als der Gründer des Techno-Labels Ostgut Ton 2015 sein Debütalbum „Folk“ herausbrachte, porträtierte der Tagesspiegel ihn als "Der Mann, dem die Tänzer vertrauen“. Schließlich gehört er in der Szene zu den älteren Kollegen – der große Wertschätzung bei den Jüngeren genießt.
(Zusammenstellung: chp)

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