Volles Programm. Tausende neue Comics sind im vergangenen Jahr erschienen, hier ein Bild vom Fumetto-Festival 2017. Foto: Lars von Törne
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Jahresrückblick Die besten Comics 2017 - die Leser-Favoriten

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Was waren im vergangenen Jahr Ihre Comic-Favoriten? Hier die gesammelten Antworten unserer Leserinnen und Leser.

So viele gute Comics, so wenig Zeit: Um den Lesern der Tagesspiegel-Comicseiten die Auswahl zu erleichtern, was die Lektüre lohnt, veranstalten wir auch in diesem Jahr wieder eine doppelte Kür der besten Titel.
Zum einen wählt auch in diesem Jahr wieder eine Fachjury aus Comic-Journalist/innen und Fachhändler/innen ihre Favoriten der vergangenen zwölf Monate. Hier, hier und hier gibt's die ersten Top-5-Listen unserer Jurymitglieder.

Zum anderen waren wieder unsere Leserinnen und Leser gefragt. Wir wollten von Ihnen wissen: Was war für Sie der beste Comic des vergangenen Jahres? Und warum? Hier eine aktualisierte Auswahl der Leser-Empfehlungen zum aktuellen Comic-Jahrgang. Unsere Buchverlosung ist beendet, die Gewinner werden per Post benachrichtigt.

Vielleicht aus Nostalgiegründen oder einfach nur aus Spaß an der Hommage von europäischen Comickünstlern an das Entenhausen-Universum, dieses Jahr hat es mir besonders das Hardcover-Album „Mickey's Craziest Adventures“ angetan. Lewis Trondheim und Nicolas Keramidas konstruieren hierbei ein abstruses Abenteuer für Donald Duck und Mickey Maus, indem immer wieder fehlende Seiten der Phantasie des Lesers freien Lauf lassen. Die beiden Künstler beteuern nämlich eingangs, dass es sich bei dem Album um einen Flohmarktfund handelt und deshalb leider nicht die komplette Geschichte aus den 60er Jahren erhalten ist. Mit diesem Kunstgriff legen die beiden Künstler ein großartiges Werk von Individualität und Kurzweiligkeit ab. Beim diesjährigen Comicfestival in München gelang es mir obendrein eine Signatur von Keramidas abzustauben, deshalb ist mir mein Exemplar doppelt so wertvoll.
Stephan Thuswaldner

Für mich ist der beste Comic 2017 "Demon Mind Game" von David Füleki. Erschienen bei Tokyopop in der beeindruckenden Auswahl eigenproduzierter Shonen Attack Manga. Demon Mind Game ist unter den bisherigen vier Eigenproduktionen der beste Titel und vielleicht auch der beste Manga, der generell in Deutschland entstanden ist. Technisch lange auf internationalem Niveau, aber auch inhaltlich herausstechend und anders als alles andere, was ich bisher gelesen habe. In einer postapokalyptischen Welt treffen wir auf eine erfrischend zivilisierte und charismatische Dämonengesellschaft, die sich in einen riesigen Monsterkadaver Wohnungen gebaut haben. Aber auch Verliese, die regelmäßig von menschlichen Abenteurern aufgesucht werden, um sich mit den dämonischen Dungeon-Monstern zu messen. Das allein könnte schon ein ausreichend interessanter Ansatz sein, aber da fängt Demon Mind Game erst an, denn Held Nio verwickelt seine Gegner in die namensgebenden Mind Games, wenn er auf den Kopf geschlagen wird. Was sich dann entspinnt, sind schlau konstruierte Kämpfe in mentalen Welten ohne feste Regeln. Wer den Kampf gewinnt, kann dem Gegner eine Fähigkeit stehlen. Nio nutzt diese seltene Gabe, um einen ganz eigenen und immer wieder überraschenden Plan zu verfolgen. Band 1 von hoffentlich vielen folgenden Bänden bietet so viele großartige Momente und Figuren, dass man mit Aufzählen gar nicht erst anfangen braucht. Die Mind Games allein könnten den Titel locker tragen, aber man bekommt so viel mehr. Und ein gratis Lesezeichen gibt es auch noch. ^^
Sarah Krumscheid

Mein Favorit: "Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein". Mich fasziniert die Lebensgeschichte und Offenheit von Ulli Lust.
Markus Danwerth

Meine Lieblings-Comics des Jahres:
1. Shi - Die Bilder von Jose Homs sind detailreich gezeichnet, realistisch und teils spektakulär. Außerdem zeigt er eine unglaubliche Perspektivenvielfalt. Einfach nur phantastisch. Die Geschichte von Zidrou ist packend und spannend. Toll finde ich auch, dass drei weibliche Heldinnen im London des 19. Jahrhunderts agieren. Ich freu mich auf die kommenden Bände.
2. Irokesen - Die Geschichte von Prugnes ist zwar nicht ganz so stark, dafür brilliert er mit beeindruckenden und wunderschönen Aquarellbildern.
3. Rick Master (Gesamtausgabe) - Rick Master ist halt ein Held meiner Kindheit.
Frank Angermund

Mein Favorit dieses Jahr war ganz klar der Comic "Der Sommer ihres Lebens" von Thomas von Steinaecker, erschienen im September bei Reprodukt. Für mich ist diese Geschichte eine über die Vergänglichkeit des Lebens, welche mich persönlich sehr berührt hat und mir zum einen half, einige meiner älteren Familienmitglieder zu verstehen, mit denen ich kein gutes Verhältnis habe, und zum anderen auf melancholische Weise mein eigenes Altern, grade im Bezug darauf, dass ich Vater zweier noch kleiner Söhne bin und mir darüber bewusst sein muss, dass ich Verpasstes nie nachholen werde können. 
Platz 2, weniger emotional, für mich aber vielleicht der gesellschaftlich wichtigste Comic des Jahres: "Der Ursprung der Welt" von Liv Strömquist aus dem Avant-Verlag. Grade Männer sollten sich nicht vor diesem Werk scheuen, besonders unter Berücksichtigung der Zeichen der Zeit (#MeToo - Bewegung)
Jens Boigk

Platz 1: Die Leichtigkeit - bewegend, mutig, schön. Ich mag Aquarell, und mich hat die Künstlerin bei ihrer Präsentation außerordentlich berührt.
Platz 2: Unerschrocken - superphantasievoll.
Julia Heyn

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