In der Straße von Gibraltar. Eine Szene aus „Der Schatz der Black Swan“. Foto: Reprodukt
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Jäger des Unterwasser-Schatzes Das Gold von Gibraltar

Der Comic „Der Schatz der Black Swan“ erzählt vom Kampf um den größten Unterwasserschatz der Geschichte.

Im Jahr 2007 verkündet der ruchlose Schatzsucher und Geschäftsmann Frank Stern, in der Straße von Gibraltar das Wrack eines Schiffes aus dem frühen 19. Jahrhundert gefunden und dessen Goldmünzen im Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar geborgen zu haben.

Damit beginnt das Tauziehen darum, wem der Schatz und die Überreste der mit dem Schiff untergegangen Menschen gehören. Der Comic „Der Schatz der Black Swan“ (Übersetzung André Höchemer, Lettering Minou Zaribaf, Reprodukt, 216 S., 24 €) dreht sich um diesen Kampf um den größten Unterwasserschatz der Geschichte.

Alex Ventura ist Ende 20 und hat gerade erst seine diplomatische Stelle im Kulturministerium in Madrid angetreten. Er wird zu einer Schlüsselfigur im Ringen um den Schatz, in das sogar amerikanische Senatoren und der spanische Geheimdienst involviert sind – denn es geht um mehr als das Gold.

Nebenbei verliebt sich Alex noch in eine Kollegin, die das leidenschaftlich kämpfende Team aus Politikern und Anwälten dabei unterstützt, Gold und Gebeine nach Spanien heimzuholen.

Eine TV-Adaption ist in Arbeit

Autor Guillermo Corral Van Damme, der mit „Der Schatz der Black Swan“ sein Comic-Debüt gibt, arbeitet seit 1997 als Berufsdiplomat und kennt sich bestens mit Kulturpolitik aus. Das merkt man bei der Lektüre seiner Bildergeschichte, in der es weniger um die Schatzjagd an sich geht, sondern um die politische Intrige und den Kampf hinter den Kulissen, also gewissermaßen um die bürokratische Schattenseite des Abenteuers.

Das Titelbild des besprochenen Bandes. Foto: Reprodukt Vergrößern
Das Titelbild des besprochenen Bandes. © Reprodukt

Dass die mindestens genauso spannend sein kann und ein richtiger Thriller mit Satellitenüberwachung und Spionagemissionen, spricht dafür, dass Details und Dramaturgie der Story stimmen. Das ein wenig abrupte Ende passt zum Ansatz des „Anti-Abenteuers“, doch ein kleiner, menschlicher Epilog wäre ganz schön gewesen.

Die Zeichnungen von Paco Roca, einem der erfolgreichsten Comic-Macher Spaniens, folgen der traditionellen klaren Linie. Dabei wählt Roca die Perspektiven, Bildausschnitte und Raster überlegt und mit so viel Sinn für Abwechslung, dass seiner Erzählsprache eine ganz eigene Dynamik innewohnt.

Souverän geschrieben und gezeichnet, bietet „Der Schatz der Black Swan“ einen spannenden Thriller aus der Welt von Schatzsuchern, Politikern, Anwälten und Agenten. Kein Wunder, dass eine TV-Adaption in Arbeit ist.

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