Torte mit Maus? Bei Oskar ist das alles kein Problem. Illustration: Leonard Erlbruch
© Illustration: Leonard Erlbruch

Bilderbuch Anders als die anderen

Jutta Langreuter und ihr Sohn Jeremy erzählen die Geschichte eines unangepassten Onkels, den Leonard Erlbruch wunderbar in Szene gesetzt hat.

Oskar ist schon sehr ungewöhnlich. „Er macht, was er will. Und was er nicht will, macht er nicht.“ Das könnte Eltern schon Schweißperlen auf die Stirn treiben, denn was sollen denn die Kinder denken. Die Kinder finden Oskar aber ganz toll, er ist der Bruder des Vaters und sozusagen ein Lieblingsonkel aus dem Bilderbuch. So erzählen Jutta Langreuter und ihr Sohn Jeremy in ihrem Bilderbuch „Oskar“ (Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2019. 24 Seiten. 15 €. Ab vier Jahren) zu Bildern von Leonard Erlbruch die Geschichte dieses wundersamen Onkels, der unbedingt bei seinem Bruder einziehen will. Er sei anders als er, antwortet er seiner Frau, die sich gleich jede Menge praktischer Dinge für den neuen Mitbewohner ausdenkt, Hecke schneiden, Hausaufgabenhilfe. „Das macht er nicht“, sagt der Vater lapidar. Dann schon eher Karamellbonbons mit Oma kochen oder mit Paul spielen. „Das macht er“, sagt Papa.

Es liegt eine gewisse Spannung zwischen den Erwartungen der Kinder und denen der Erwachsenen. Paul ist sehr unkonventionell, erinnert in den Zeichnungen von Erlbruch ein wenig an Petterson, ohne ihn zu kopieren. Paul schafft Dinge, für die die gestressten Eltern keine Zeit haben, aber die magersüchtige Amelie isst wieder mehr, seit sie mit Kartoffelbrei und Sauce Berg und Fluss spielen darf. Auch Opa und Oma geht es besser, seit dieser kauzige Vogel sich mehr Zeit für sie nimmt. Als die Mutter Paul hinauswirft, merken alle, was sie an Pauls unkonventionellem Verhalten hatten. „Oskar“ ist ein lustiges Buch, das nachdenklich stimmt.

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