In der Berliner Philharmonie muss weiter Maske getragen werden, auch am Platz. Foto: Heribert Schindler
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Berlins Kultur und Corona Senator Lederer rät weiter zur Vorsicht

Nach dem Auslaufen der Corona-Maßnahmen hat Berlins Kultursenator einen "Empfehlungskatalog" veröffentlicht. Die Institutionen reagieren unterschiedlich.

Gerade noch rechtzeitig ist der „Empfehlungskatalog“ fertig geworden, der den am Freitag ausgelaufenen Hygienerahmenplan der Berliner Kulturverwaltung ersetzt. Bislang konnte Senator Klaus Lederer die Bühnen, Museen, Bibliotheken und Chören verpflichtend vorschreiben, wie sie sich in der Pandemie zu verhalten haben, nach den bundesweiten Lockerungen vermag er ihnen nun lediglich „Hilfestellungen“ zu geben für die Durchführung kultureller Veranstaltungen.

Auch in dem neuen Papier aber bleibt der Senator bei seiner vorsichtigen Haltung, rät nachdrücklich dazu, wenigstens einige der Schutzmaßnahmen beizubehalten, die auf Beschluss der Bundesregierung jetzt offiziell weggefallen sind.
Lederer verweist dabei auf das Hausrecht, das es den Institutionen ermöglicht, individuelle Regeln für den Aufenthalt in ihren Räumlichkeiten zu erlassen. Dazu gehört beispielsweise eine Maskenpflicht. Bei Zuwiderhandeln darf der Veranstalter dann auch Eintrittskartenbesitzern den Zutritt verweigern.

Möglich ist auch eine Testpflicht selbst für Geimpfte – diese wird bei Tanzlustbarkeiten sowie beim Chorsingen vorgeschlagen – oder eine Reduzierung der Platzkapazitäten, um Abstand halten zu können. Für Museen wünscht sich Lederer eine Obergrenze von 20 Besucher:innen auf je 100 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Die Philharmonie bietet wieder alle 2400 Plätze an

Die Berliner Bühnen reagieren unterschiedlich auf die neue Situation: In der Philharmonie fallen die Kontrollen des Impfstatus weg, die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske bleibt aber bestehen, auch während der Aufführung. Im großen Saal werden aber wieder alle 2400 Plätze angeboten (bislang waren es 2000) – weshalb nun wieder Tickets für bereits ausverkaufte Vorstellungen vorhanden sind, wie die Philharmoniker mitteilen.

Zur Vollbesetzung der Säle kehrt auch das Konzerthaus am Gendarmenmarkt zurück, hier gilt ebenfalls die FFP2-Maskenpflicht während des kompletten Aufenthalts. Auch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz schreibt für den Besuch ihrer Häuser auf der Museumsinsel, am Kulturforum sowie an allen anderen Standorten das dauerhafte Tragen einer FFP2-Maske vor.
Im Friedrichstadt Palast können die Gäste zwischen medizinischer Maske und FFP2 wählen, getragen werden muss der Mund-Nasen-Schutz nur in den Foyers. Am Platz darf, wer mag, die Maske abnehmen. Das ist auch im Theater des Westens gestattet, wo gerade das Musical „Kudamm 56“ gespielt wird. Allerdings spricht der Veranstalter hier die Empfehlung aus, freiwillig die Maske zu tragen – im Sinne der „gegenseitigen Rücksichtnahme“, wie Stage Entertainment-Sprecher Stephan Jaekel auf Tagesspiegel-Anfrage schreibt.

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