Dieses Bild kündigte den "Lear-Livestream" am Deutschen Theater an, den Sebastian Hartmann inszeniert hat. Foto: Sebastian Hartmann
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Berliner Theater in der Coronakrise Die ersten geben auf

Die Saison ist beendet für die Komische Oper und das Theater an der Parkaue. Die anderen Bühnen der Stadt hoffen dagegen weiter auf eine Öffnung.

Als erstes großes Theater der Hauptstadt gibt die Komische Oper Berlin die Saison verloren. Aufgrund der bis Ende Juni gültigen Regelungen der so genannten „Notbremse“ im Infektionsschutzgesetz werde man den regulären Spielbetrieb in der laufenden Spielzeit nicht wieder aufnehmen, gab das von Barrie Kosky geleitete Haus jetzt bekannt.

Ausnahmen könnten lediglich zwei Vorstellungen der Neuproduktion der Operette „Der Zigeunerbaron“ bilden, die im Rahmen des Berliner Pilotprojektes „Perspektive Kultur“ stattfinden könnten. Voraussetzung dafür ist, dass sich Kultursenator Klaus Lederer durchringt, das vor Ostern vorzeitig abgebrochene Projekt wieder aufzunehmen. An der Komischen Oper geht man derzeit davon aus, dass dies Ende Juni der Fall sein könnte.  

Was wird aus dem "Siegfried" an der Deutschen Oper?

Auch das Theater an der Parkaue hat den Spielbetrieb bis zum Ende der Spielzeit eingestellt. Geplant ist aber ein „Digitales Community Festival“. An der Deutschen Oper hofft man dagegen weiter. „Noch haben wir die Saison nicht für beendet erklärt“, heißt es auf Nachfrage. Freiluftvarianten sind in Planung, außerdem gehört das Opernhaus ebenfalls zu den potenziellen Teilnehmern des Pilotprojekts.

Szene aus Mozarts "Zauberflöte" in der Inszenierung der Komischen Oper Foto: Iko Freese / drama-berlin.de Vergrößern
Szene aus Mozarts "Zauberflöte" in der Inszenierung der Komischen Oper © Iko Freese / drama-berlin.de

Die Staatsoper schreibt auf ihrer Website, dass „dem Bundesinfektionsschutzgesetz folgend“ alle Veranstaltungen bis Ende Mai 2021 abgesagt sind. Bereits aus dem Spielplan für Juni und Juli gestrichen sind allerdings auch die geplanten Wiederaufnahmen von Michael Thalheimers „Freischütz“-Inszenierung, Puccinis „Madama Butterfly“ sowie „Babylon“ von Jörg Widmann. Die Neuproduktion von Puccinis „La Fanciulla del West“ steht noch in der Planung, gerade haben die Proben begonnen. Allerdings lassen sich aktuell weder für die Premiere am 16.6. noch für die Folgevorstellungen Tickets buchen.

Vielleicht sind Open-Air-Abende möglich

Schaubühnen-Pressesprecherin Katharina Glögl schreibt auf Tagesspiegel-Anfrage: „Wir hoffen immer noch, im Juni öffnen zu können und dann auch den Sommer durchzuspielen. Pläne für diese Variante bestehen nach wie vor.“ Das Berliner Ensemble wiederum setzt auf Schauspiel unter freiem Himmel und bereitet darum sein „Hoftheater“ vor. Sollte die Inzidenz so schnell fallen, dass noch in dieser Saison ein Spielbetrieb im Saal möglich wäre, steht man am Schiffbauerdamm aber auch dafür „in den Startlöchern“.
Das Deutsche Theater zieht es ebenfalls nach draußen, sowohl auf den Theatervorplatz als auch in den Innenhof. Hier könnte bis August Programm stattfinden. Geplant sind drei Premieren, darunter zwei Uraufführungen. Auch die Neuköllner Oper bereitet eine Open-Air- Premiere vor: Anfang Juli soll das neue Musical von Peter Lund und Thomas Zaufke herauskommen.

Jetzt schon Tickets für Silvester kaufen

Im Schillertheater hat nicht nur die Komödie am Ku’damm Asyl gefunden, seit Kurzem gibt es dort im Foyer auch eine Corona-Schnellteststation. Hinter den Kulissen warten die Künstlerinnen und Künstler ungeduldig auf den Neustart. Für Vorstellungen ab dem 1. Juni werden Eintrittskarten verkauft. Wer gern lange im Voraus plant, kann zudem bereits für den Kabarettistischen Jahresrückblick 2021 sowie für das Silvesterkonzert von Klaus Hofmann Tickets erstehen.
Das Gorki Theater verzeichnet für den Mai nur Onlineangebote auf der Website, danach bricht der Kalender ab. „Wir halten uns noch alle Möglichkeiten für den Juni offen“, sagt Daniél Kretschmar, der Leiter der Kommunikationsabteilung. Auf Indoor-Entertainment ab dem Hochsommer setzt der Friedrichstadtpalast: Die Voraufführungen der neuen Revue „Arise“ sollen am 7. August im 1900- Plätze-Saal starten.

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