Ein Schild erinnert an die 2G Regeln. Foto: imago images/Marc John
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2G-plus-Regel im Kulturbereich Berlin erhöht Sicherheit bei Bühnen

Die Häuser der Hauptstadt haben die Wahl: Tagesaktueller Schnelltest, Maskenpflicht am Platz oder Abstand halten. Härtere Maßnahmen auch in anderen Städten.

In Berlin steht ein Mega-Premierenwochenende an: Am Samstag und Sonntag gibt es Uraufführungen an der Staatsoper („Sleepless“ nach Jon Fosse) und am Theater des Westens (die TV-Serie „Kudamm 56“ als Musical), Neuproduktionen bringen unter anderen die Komische Oper, das Berliner Ensemble, das Deutsche Theater, die Schaubühne und die Komödie am Ku’damm heraus, außerdem veranstaltet die Deutsche Oper ihre jährliche Aids-Benefiz-Gala. Nach welchen Regeln die Veranstaltungen über die Bühne gehen werden, steht allerdings im Detail noch nicht fest.

Am Mittwoch hatte der Berliner Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz erklärt, ab 27. November gelte die 2G-plus- Regel im Kulturbereich. Genaueres dazu werde aber die Verwaltung von Senator Klaus Lederer festlegen. Auf Anfrage des Tagesspiegels sah sich Lederers Pressesprecher Daniel Bartsch aber nicht in der Lage, Informationen für die einzelnen Bühnen und Konzertsäle zu geben. Erst im Laufe des Freitags ist mit der Veröffentlichung des neuen Hygienerahmenkonzepts für die Kultur zu rechnen.

Wer also am Samstag oder Sonntag einen Besuch kultureller Veranstaltungen plant, muss flexibel bleiben und gegebenenfalls schnell reagieren. Laut Bartsch besteht nämlich für die Häuser die Wahl zwischen drei Optionen: Fordern sie von den Geimpften und Genesenen zusätzlich noch einen tagesaktuellen Schnelltest, entfällt die Maskenpflicht am Platz. Gleiches gilt, wenn die Säle nicht voll belegt sind, sodass ausreichend Abstand gehalten werden kann. Andernfalls ist das Tragen eines medizinischen Mund-Nase- Schutzes während der gesamten Vorstellung obligatorisch.

Viele haben freiwillig schärfere Regeln eingeführt

Viele Berliner Veranstalter haben allerdings bereits in den vergangenen Wochen freiwillig schärfere Regeln eingeführt, als die bisher gültige Senatsvorgabe forderte. Andere verkaufen weiterhin nur 50 Prozent ihrer Plätze, obwohl eine Vollauslastung erlaubt wäre. Darum könnte es sein, dass dort jeweils keine Änderungen nötig sind, wenn das neue Hygienerahmenkonzept am 27. November in Kraft tritt.

Deutlich härtere Maßnahmen als in Berlin haben mehrere Städte respektive Bundesländer ergriffen: Leipzig verlängert für seine Oper, das Gewandhaus und das Schauspielhaus freiwillig den in Sachsen gültigen Lockdown: Statt bis zum 12. Dezember wird der Betrieb dort sogar bis zum 9. Januar 2022 ruhen. In Baden- Württemberg greift seit Mittwoch die „Alarmstufe II“ der dortigen Corona-Verordnung. Sie begrenzt die Auslastung der Säle auf 50 Prozent. Die Staatstheater Stuttgart sahen sich deswegen gezwungen, bei allen Vorstellungen, für die bereits mehr als die Hälfte der Plätze verkauft worden waren, Stornierungen vorzunehmen. Um dabei möglichst gerecht vorgehen zu können, werden die Tickets nach der „Verkaufschronologie“ abgesagt: Wer seine Eintrittskarten frühzeitig erworben hat, für den erhöht sich die Chance, noch reinzukommen.

In Bayern wiederum darf nur noch ein Viertel der Plätze in den Theatern und Konzertsälen belegt werden. Die unter anderem vom Sänger Christian Gerhaher gegründete Initiative „Aufstehen für die Kunst“ lehnt diese Reduktion als „willkürlich“ ab. Weil sie allen wissenschaftlichen Studien zur Risikoabwägung von Theaterbesuchen widerspreche. Sämtliche Studien kämen nämlich zu dem Ergebnis, „dass bei hälftiger Belegung, Maskenpflicht und modernen Belüftungssystemen das Risiko von Virusübertragungen – selbst unter den Bedingungen der Delta-Variante – im Publikum nahezu auszuschließen ist.“ Frederik Hanssen

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