Blick in den leeren Saal des Berliner Konzerthauses. Foto: dpa/Kalaene
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200 Jahre Konzerthaus Berlin Was vom Jubiläum übrigbleibt

Eine Installation an der Fassade und eine Streaming-Oper, mehr ist derzeit nicht drin zur 200-Jahr-Feier von Schinkels Musentempel am Gendarmenmarkt.

Am 26. Mai, dem Tag, an dem vor genau 200 Jahren Carl Friedrich Schinkels Schauspielhaus eröffnet wurde, sollte es einen Festakt geben und dann ein Freiluftkonzert für alle Berlinerinnen und Berliner. Doch daraus – wie auch aus fast allen weiteren Jubiläumsplänen – wird erst einmal nichts, Corona sei’s geklagt.

Als kleinen Trost gibt es nun wenigstens eine Installation an der klassizistischen Fassade. Bettina Pousttchi hat eine haushohe Fotomontage erstellt, die hinter den Säulen des Portikus sowieso unterhalb des Giebels installiert wird und vom 26. Mai bis zum 30. Juni zu sehen ist. „Amplifyer“ nennt sie ihre Arbeit, also Verstärker: Ihr Ziel war es, das Akustische, das sich hinter den Konzerthaus-Mauern abspielt, ins Optische zu übertragen.

"Der Freischütz" wird bei "Arte Concert" gezeigt

Ohne Publikum muss auch das zweite 200-jährige Jubiläum stattfinden, das Gedenken an die Uraufführung von Carl Maria von Webers „Der Freischütz“ am Gendarmenmarkt. Wie Carlos Padrissa von „La Fura dels Baus“ die Oper inszeniert, wird am 18. Juni nur als Stream auf der Website von „Arte Concert“ zu verfolgen sein. Padrissa will aus der Not eine Tugend machen und den Saal zum 360- Grad-Erlebnisraum machen, mit realen Darsteller:innen sowie Videos. Dabei soll es auch um Probleme wie Waldsterben und Umweltzerstörung gehen.
Beim digitalen Pressegespräch zum Jubiläum verrieten sowohl Intendant Sebastian Nordmann als auch Chefdirigent Christoph Eschenbach ihre ganz persönlichen Bezüge zum Carl Maria von Webers Geburtsort, dem schleswig-holsteinischen Städtchen Eutin. Nordmann kam ebenfalls dort zur Welt, Eschenbach erlebte in Eutin als Neunjähriger seine allererste Opernaufführung, einen verregneten Freiluft-„Freischütz“.
Auf Fragen zur Zukunft reagierte der Intendant extrem zurückhaltend: Sollte das Bezirksamt Mitte zustimmen, würde er gerne im August ein Open Air-Konzert veranstalten, für den Herbst plant er derzeit noch mit halbierter Platzauslastung, Masken und Tests. Im Januar 2022 erhofft er sich dann eine Rückkehr zum Normalbetrieb.

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