Beste Freunde. Rapper Timati (rechts) mit Putin in Moskau. Foto: RREUTERS/Alexsey Druginyn/RIA Novosti/Pool
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1,48 Millionen Dislikes und jede Menge Spott Pro-Putin-Rapper knackt Negativrekord auf YouTube

Mehr Dislikes gab es noch nie: Der putinfreundliche Rapper Timati pries in seinem Song Moskau und kritisierte Demonstranten. Das kam in Russland nicht gut an.

Als der Rapper Timati einen Tag vor den Regionalwahlen in Russland seinen Pro-Putin-Song "Moskau" online stellte, ahnte er wohl nicht, dass er kurze Zeit später einen Negativrekord knacken würde. Innerhalb von drei Tagen sammelte der Clip 1,48 Millionen Dislikes - mehr als jemals ein Video auf der russischen You-Tube-Version zuvor. Am 10. September zog Timati dann die Notbremse und nahm das Video aus dem Netz.

In dem Video sind der 36-jährige Timati, der mit bürgerlichem Namen Timur Junussow heißt, und sein Rapper-Kollege Guf vor der Kulisse Moskaus zu sehen, gefolgt von schicken Panoramabildern der Stadt. Dazu rappt Timati zeilen wie "Ich gehe nicht zu Protesten und ich rede keinen Scheiß", ein Bezug auf die Anti-Kreml-Demonstrationen, die den Wahlen in Moskau vorangingen.

Außerdem preist der Rapper Moskau als "eine Stadt, wo keine Schwulenparaden stattfinden" und spricht sich für den Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin aus, ein enger Vertrauter Putins. Timati lobt den russischen Präsidenten in seinen Songs seit Jahren und trat gemeinsam mit ihm auf.

Bei den Russen kommt das nicht gut an. Neben den Dislikes für "Moskau" gab es zahlreiche Parodien des Clips auf YouTube und viel Spott und Häme online. Timati erklärte, er habe das Video aus dem Netz genommen, um "die Welle der Negativität zu stoppen". Statt auf Demos, solle man lieber arbeiten gehen und sich verbessern, fügte er hinzu.

Gastrapper Guf zeigte sich hingegen betroffen und entschuldigte sich für den Clip. Er habe nicht gewusst, dass Wahlen sind und habe nur Moskau zum Stadtfeiertag beglückwünschen wollen, sagte er in einem Instagram-Video. Er habe kein Geld für das Video bekommen und werde wohl in Zukunft nicht mehr mit Timati zusammenarbeiten.

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