Windräder in einem Windpark in der Nähe von Gägelow, Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner / DPA
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Update Klimapodcast Gradmesser „Die Politik muss ehrlich sagen: Es wird Veränderungen geben“

Bei Energiewende und Klimakrise fehlt bisher die Klarheit in der Botschaft. Das gilt besonders auch für den Streit um Windenergie und Kohleausstieg.

Deutschland hat sich in seinem Klimagesetz selbst dazu verpflichtet, bis 2045 klimaneutral zu sein. Doch schon das allererste Zwischenziel, die Reduzierung der Treibhausgase für das Jahr 2021, wird spektakulär scheitern. Statt den CO-Ausstoß weiter zu senken, wird er so deutlich ansteigen wie seit 30 Jahren nicht mehr. Warum das so ist, was das für die Energiewende und den Kohleausstieg bedeutet, sagt Patrick Graichen, Direktor der Agora Energiewende, im Klimapodcast Gradmesser.

„Man muss den Menschen sagen: Es wird Veränderungen geben“, ist Graichen überzeugt. Bisher aber fehle bei der Energiewende die Klarheit der Botschaft. Im Gegenteil, gerade der Ausbau der Windenergie wird aber seit Jahren massiv gebremst, die Flächenländer Nordrhein-Westfalen und Bayern beispielsweise versuchen so wenig Platz wie möglich für Windkraftanlagen freizugeben. Warum das auch eine „kulturelle Frage“ ist, wie Gemeinden mehr von der Energie vor Ort profitieren müssen – und warum es gar nicht so viel mehr, sondern eher andere Anlagen braucht, auch darum geht es im Gespräch mit Graichen.

Außerdem im Podcast: Bei der Flutkatastrophe Mitte Juli sind 183 Menschen getötet worden, eine neue Studie zeigt, dass die Klimakrise das Starkregenereignis nicht nur wahrscheinlicher gemacht hat, sondern die Region künftig stärker von solchen Katastrophen bedroht ist. Patrick Eickemeier sagt, was daraus folgen muss.

Warum Erdgas keine Brückentechnologie ist, sondern fast so gefährlich für das Klima ist wie die Kohle, erklärt Constantin Zerger von der Deutschen Umwelthilfe. Gas besteht zum größten Teil aus Methan. Das hochpotente Treibhausgas wirkt über einen Zeitraum von etwa 20 Jahren rund 87-Mal stärker in der Atmosphäre als CO2. Ein großes Problem bei der Energiegewinnung sind die sogenannten Methan-Leckagen, aus denen das Gas entweicht, von denen es auch in Deutschland einige gibt.

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