Berlins einstige Grünen-Fraktionschefin meldet sich per Sprachnachricht im Podcast. Foto: Doris Spiekermann-Klaas TSP
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Grünen-Politikerin über ihren Geheimurlaub im Lockdown „Es war eine Entscheidung für meine Familie, auch wenn es politisch unklug war“

Im Podcast „Berliner & Pfannkuchen“ verteidigt Kapek ihre Parteikollegin Anne Spiegel - und erzählt erstmals von einer eigenen umstrittenen Urlaubsentscheidung.

Die Sprachnachricht zum Fall „Anne Spiegel“ hat Antje Kapek kurz vor der Rücktrittsbekanntgabe verschickt. Der Inhalt bleibt trotzdem aktuell: „Ich verstehe nicht, warum sich gerade weibliche Politikerinnen so oft für Dinge entschuldigen müssen, die an anderer Stelle in unserer Gesellschaft vollkommen selbstverständlich sind“, sagt die einstige Berliner Grünen-Fraktionsvorsitzende. Und weiter: „Ich möchte von Bundesministern regiert werden, die Verantwortung nicht nur vor der Kamera, sondern auch im Kleinsten annehmen.“ Den Rücktritt der Familienministerin hält sie für falsch.

Aus gegebenem Anlass erzählt Kapek erstmals von einer eigenen, durchaus umstrittenen, Urlaubsentscheidung: „Ich stand letztes Jahr vor einer ganz ähnlichen Entscheidung wie Anne Spiegel. Auch ich hatte ein Kind, dem es nach fünf Monaten Lockdown extrem schlecht ging, und obwohl Michael Müller damals darum bat, dass kein Berliner in den Urlaub fährt, um die Pandemie im Griff zu behalten, haben wir uns trotzdem dafür entschieden. Wir wurden auf den Kanaren entdeckt, ich habe hässliche Anfragen von Journalisten dazu bekommen und wurde nach drei Tagen gezwungen, wieder abzureisen und meine Familie zurückzulassen“, sagt sie in der aktuellen Podcastfolge „Berliner & Pfannkuchen“. Verreist war sie über Ostern, mitten im Lockdown.

Außerdem Thema im Podcast: Die erste Präsidentschaftswahlrunde in Frankreich (mit einer Sprachnachricht von der in Berlin lebenden Schriftstellerin & Tagesspiegel-Kolumnistin Pascale Hugues) und die Frage, was Berlin von den Ergebnissen und der Niederlage der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo lernen kann. Und: das (zu) dunkle Berlin.

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