Die Gäste bei "Anne Will" Foto: Screenshot ARD
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TV-Kritik zum Talk bei Anne Will Impfen? Da war doch mal was...

Bei „Anne Will“ diskutierten die Gäste vor allem über Schnelltests – die ebenso wie die Impfungen derzeit Mangelware sind. Als Macherin konnte nur eine glänzen.

Es wird gelockert in Deutschland: Die meisten freut’s, andere haben Befürchtungen. Allen voran SPD-Politiker, Epidemiologe und ungekrönter Corona-König Karl Lauterbach, der seinen Talkshow-Marathon auch 2021 verlängert. Der SPD-Politiker, der tatsächlich sehr gern „befürchtet“ und die beschlossenen Lockerungen für „unglücklich“ hält, flimmert aber – leider – zu Recht in Dauerschleife über den Bildschirm.

Etliche wichtige Punkte spricht nämlich nur er so unangenehm direkt an: Etwa, dass derzeit niemand in der ganzen Republik wisse, wie viele Schnelltests eigentlich verfügbar sind. Schnelltests, die ab heute den Bürgern einmal die Woche gratis angeboten werden sollen – und damit, abgesehen von der Impfung, einen wichtigen Beitrag zu möglichen Öffnungen leisten könnten.

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Wenn sie denn da wären: Ein paar wenige Glückliche konnten sich am Wochenende ein Päckchen bei Aldi sichern, auf eigene Kosten. Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt gab sich eher bedeckt, wie schnell der Bund und sein Land im Speziellen in die regelmäßigen Schnelltestungen einsteigen können: „Die Verhandlungen laufen“

Auch in einer Pandemie können deutsche Politiker dem bürokratischen Schimmel offenbar nicht die Sporen geben. Immerhin, man stehe in Sachen Inzidenz doch nicht so schlecht da. Das konnte Haseloff mit einem säuberlich ausgedruckten Graphen belegen, den er etwas trotzig in die Studiokamera hielt.

Jens Spahn und Andreas Scheuer sollen es jetzt als Taskforce richten: Ein Gespann, das Spiegel-Journalist Markus Feldenkirchen ironisch als „Traumduo“ bezeichnete. „Jeder einzelne Bereich, in dem nicht proaktiv gehandelt wurde, hat etwas von unterlassener Hilfeleistung“, sagte er – und nannte als Beispiele den allseits bekannten Impfstoffmangel, das „Ungetüm“ Corona-App sowie die aktuell mangelhafte Beschaffung von Schnelltests.

Moderatorin Anne Will Foto: ARD Das Erste/NDR/Wolfgang Borrs/obs Vergrößern
Moderatorin Anne Will © ARD Das Erste/NDR/Wolfgang Borrs/obs

Nicht nur mit Kritisieren will sich Lisa Federle zufriedengeben, Notärztin und Pandemie-Beauftragte des Landkreises Tübingen – welcher zumindest teilweise als Positivbeispiel der Republik gelten darf. Federle, eher Typ „Machen statt Quatschen“, testet in Tübingen bereits seit Oktober kostenlos. So viele Bürger wie möglich müssten Zugang zu Schnelltests haben, eventuell im korrekten Selbsttesten „angelernt“ werden – und zwar täglich.

Die Folgerung, die Menschen kämen durch diese Teststrategie zum wohlwollenden Schluss, man würde „alles für sie machen“, ist dann aber doch etwas weit hergeholt. Ein Schnelltest, der laut Lauterbach maximal sechs bis acht Stunden Gültigkeit besitzt, dürfte für die wenigsten Deutschen eine dauerhaft Alternative zur Impfung sein.

Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands, dürfte sich von ihrer Einladung in die Sendung deutlich mehr versprochen haben. „Es vergeht kein Tag, an dem mich nicht Menschen anrufen und weinen“ – da tröstet auch Lauterbachs Zugeständnis wenig, die Außengastronomie könne mit Schnelltests „als Erstes“ geöffnet werden. Fast schon symbolisch wurde Inselkammer einmal sogar das Wort von einem eingeblendeten Video-Beitrag abgeschnitten.

Und auch Unionspolitiker Reiner Haseloff, der sich „möglichst viel Normalität“ im Sommer wünscht, war ihr keine große Hilfe. Auf Inselkammers Aussage „Wir können nicht bis Sommer warten. Dann sind wir alle hin“ kam ein beschwichtigendes, aber auch hilfloses: „Wir wissen das.“ Darauf ein Prost – oder auch nicht.

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