In der katholischen Kirche sind verschiedene Stimmen über den Fall des Gymnasiums zu hören. Foto: Felix Kästle/dpa
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Weil er seinen Partner heiraten wollte Katholisches Gymnasium wirft schwulen Lehrer raus

Ein schwuler Lehrer hat an einem katholischen Gymnasium keinen Arbeitsvertrag erhalten, weil er seinen Partner heiraten will. Schüler und Eltern sind entsetzt.

Ein katholisches Gymnasium zieht einen Arbeitsvertrag für einen schwulen Lehrer zurück, weil dieser seinen Freund heiraten will - dieser Fall aus dem westfälischen Borken erregt Aufsehen. Nach einem Bericht von "Spiegel Online" hatte der Englisch- und Biologie-Lehrer bereits erfolgreich sein Referendariat am katholischen Privatgymnasium Mariengarden beendet. Der unterschriftsreife Anstellungsvertrag wurde aber zurückgezogen, nachdem der Mann angekündigt hatte, seinen Lebensgefährten heiraten zu wollen.

Der Mann sei „zweifellos ein guter Lehrer“ und auch nicht wegen seiner Homosexualität abgelehnt worden, sondern „nur wegen seiner Hochzeitspläne“, sagte Christoph Heinemann, der Sprecher des Oblatenordens, der das Gymnasium betreibt, dem Magazin. Der Orden verteidigte die Entscheidung auch, nachdem der Fall von "Spiegel Online" öffentlich gemacht wurde. "Wir haben dazu keine Alternative“, bekräftigte Heinemann am Mittwoch auf Anfrage in Mainz. Er verwies auf das kirchliche Arbeitsrecht, dass dem Orden keinen anderen Spielraum lasse. Der Lebensentwurf des Pädagogen korrespondiere nicht mit den kirchlichen Vorstellungen von Ehe und Familie.

Das Bistum kann die Entscheidung des Ordens nicht nachvollziehen

Eine Darstellung, die das Bistum Münster, zu dem Borken gehört, allerdings nicht völlig nachvollziehen kann. Es handele sich um eine Entscheidung des Ordens, sagte Bistumssprecher Stephan Kronenburg auf Anfrage. Nach seinen Worten sieht das kirchliche Arbeitsrecht keinen Automatismus für Menschen in der Situation des Referendars vor, sie nicht anzustellen. In solchen Fällen prüfe das Bistum als Anstellungsträger den Einzelfall. Kronenburg betonte, dass sich die Schule nicht in der Trägerschaft des Bistums befinde.

Die Schule hätte den Lehrer gerne gehalten, wie Schulleiter Michael Brands sagte. Jetzt müsse man in Borken ausbaden, „was meiner Meinung nach in der Kirche geändert werden müsste“. Der Referendar hat nach den Angaben mittlerweile eine Stelle an einer staatlichen Schule gefunden.

Eltern und Schüler haben kein Verständnis

Ordenssprecher Heinemann gab zu, dass die Entscheidung des Ordens schwierig sei. Die Mehrheit der Eltern und Schüler hätten dafür kein Verständnis. Mit ihnen suche der Orden den Dialog; Protestaktionen von Schülern würden nicht unterbunden. Die verweigerte Festanstellung bedeute auch nicht, dass an dem Gymnasium homosexuelle Schüler keinen Platz hätten. In einer gemeinsamen Erklärung des Gymnasiums mit dem Orden auf der Schul-Homepage heißt es, dass die Erziehung zu Toleranz und Offenheit ein wichtiger Bestandteil der Schule sei.

Die Mitteleuropäische Provinz der Oblatenmissionare (OMI) zählt nach eigenen Angaben 130 Mitglieder in Deutschland, Österreich und Tschechien. Weltweit gehören der Gemeinschaft rund 3.800 Oblaten an. Erst vor kurzem hatte der Papst für Empörung gesorgt, als er sagte, homosexuelle Jugendliche sollten psychiatrisch behandelt werden. (KNA)

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