Demo für Transgender-Rechte in Berlin. Foto: Tilmann Warnecke/Tsp
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Trans in Marzahn „Für trans Personen ist es im Ostteil von Berlin oft schwieriger"

Queeres Leben findet auch in Außenbezirken Berlins statt. In Marzahn trifft sich eine Transgender-Selbsthilfegruppe - an Unterstützung mangele es dort noch oft.

Nicht nur in Schöneberg und Kreuzkölln findet queeres Leben statt. In Alt-Marzahn trifft sich die Selbsthilfegruppe "Transgender - Was nun?" „Für trans Personen ist es im Ostteil von Berlin oft viel schwieriger als im Westen, Versorgung zu finden, angefangen bei Ärzt*innen und Therapeut*innen“, berichtet Gruppensprecherin Patricia.

Sie leitet das Treffen zusammen mit Karlyle. Dabei geht es darum im Austausch mit anderen, zu merken, dass man nicht alleine dasteht. „Für mich war die Gruppe sehr wichtig, um mich in meinem Leben als Frau zu festigen“, erzählt Patricia. Gegründet wurde die Gruppe im Frühjahr 2017 (Kontaktinfos hier).

Alltagsschwierigkeiten von trans Personen

Themen in offener Runde sind dabei neben rechtlichen und medizinischen Fragen Alltagsschwierigkeiten von trans Personen – etwa Konflikte im Job Center oder das Coming-out vor der Familie. Da gerade letzteres oft eine große Rolle spielt, sind Angehörige ebenso willkommen wie Menschen aller Geschlechtsidentitäten.

„Wir möchten auch zeigen, dass es nicht nur den einen richtigen Weg für trans Personen gibt“, erzählt Karlyle. Denn oft würden innerhalb der trans Community Menschen diskriminiert, die sich dagegen entschieden, alle geschlechtsangleichenden Operationen durchführen zu lassen.

"Krasse Anfeindungen habe ich hier noch nicht erlebt"

Diskriminierungen, die Patricia und Karlyle erleben, machen sie nicht am Stadtteil fest. „Krasse Anfeindungen habe ich hier noch keine erfahren“, erzählt Patricia. Zwar bekomme sie häufiger beleidigende Sprüche zu hören. Das unterscheide sich aber nicht wesentlich von den Erfahrungen in anderen Stadtteilen.

Genau wie Karlyle kommt sie aus Ost-Berlin, lebt in Marzahn und fühlt sich hier wohl. Homo- und Transfeindlichkeit ist für Patricia ein Problem, dass sich durch die ganze Gesellschaft und alle Generationen zieht: „Toleranz für Transgender, Schwule und Lesben ist oft eher ein Deckmantel.”

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