Im Senegal kann gleichgeschlechtlicher Sex mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Foto: Micha Klootwijk/Imago
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Queerfeindlichkeit im Senegal Verschärfung von Anti-Homosexuellen-Gesetz abgelehnt

Elf Abgeordnete hatten vorgeschlagen die Höchststrafe auf gleichgeschlechtlichen Sex von fünf auf zehn Jahre anzuheben. Sie kamen damit allerdings nicht durch.

In Senegal wird die Kriminalisierung von Homosexuellen nicht verschärft. Das Präsidium der Nationalversammlung habe einen Vorschlag von Abgeordneten, die Strafen für Homosexualität zu erhöhen, verworfen, berichtete der französische Auslandssender RFI.

In dem westafrikanischen Land kann gleichgeschlechtlicher Sex mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Laut dem weltweiten Verband von LGBT-Organisationen (ilga) hat die staatliche Gewalt gegen sexuelle Minderheiten im Senegal in den vergangenen Jahren massiv zugenommen.

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Elf Abgeordnete hatten einen Gesetzentwurf eingebracht, mit dem die Höchststrafe auf zehn Jahre Haft verdoppelt und Geldstrafen verdreifacht werden sollten. Das Präsidium der Nationalversammlung erklärte den Plan jedoch für unzulässig und teilte dem Medienbericht zufolge mit, die Gesetzeslage und die Haltung der Regierung seien klar. Damit wird der Gesetzesvorschlag nicht zur Debatte oder Abstimmung dem Parlament vorgelegt.

Senegal mit knapp 17 Millionen Einwohnern gilt als eine der stabilsten Demokratien des Kontinents und häufig als Vorbild für den Schutz von Menschenrechten. Dennoch wird Homosexualität in großen Teilen der Bevölkerung verurteilt. In nur 22 von 54 afrikanischen Ländern ist Homosexualität legal. Die meisten Verbote stammen aus der Kolonialzeit, einige wurden in den vergangenen Jahren verschärft. Andere Staaten wie Angola oder Botswana haben gleichgeschlechtliche Liebe entkriminalisiert. (epd)

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