Der Marzahn Pride bei seiner ersten Ausgabe im Jahr 2020. Foto: REUTERS/Hannibal Hanschke
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Für queere russischsprachige Community In Marzahn steigt die nächste Pride-Parade

Zum zweiten Mal findet am Samstag eine Pride-Parade in Marzahn statt. Sie richtet sich an die russischsprachige Community in Berlin.

Unter dem Motto „Marzahn – Das bunte Miteinander!“ wird Quarteera, der Verein für russischsprachige LGBT* in Deutschland, in diesem Jahr zum zweiten Mal eine eigene Pride-Veranstaltung in dem Bezirk organisieren.

„Marzahn war für uns schon immer eine Metapher für den Post-Ost-Raum“, sagt Evelina Chayka am Telefon. Los geht es am an diesem Samstag (17. Juli) um 12 Uhr am Helene-Weigel-Platz mit einer Eröffnungsrede von Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke), die auch die Schirmherrschaft für den Marzahn-CSD übernommen hat. Die Endkundgebung findet am Raoul-Wallenberg-Platz statt.

Es gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht, außerdem bittet das Orga-Team darum, auf Alkoholkonsum zu verzichten.

Marzahn mit der größten russischsprachigen Community

„Marzahn ist der Bezirk mit der größten russischsprachigen Community“, erklärt Chayka die Wahl für den Veranstaltungsort. Die Aktion soll sowohl Vorurteile gegenüber LGBT* abbauen, als auch gegenüber dem Bezirk, der bislang als nicht sonderlich queerfreundlich gelte.

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„Aber auch in unseren Heimatländern befinden sich queere Menschen in kritischen Situationen: Sie sind in ihren Rechten stark eingeschränkt oder werden strafrechtlich verfolgt“, so Chayka.

Queere Menschen in den Heimatländern in kritischen Situationen

Wichtig sei den Veranstalter*innen in diesem Jahr zudem auch, daran zu erinnern, dass „viele LGBT* nicht nur während der Pandemie an Einsamkeit leiden.“

Quarteera wurde 2011 gegründet und setzt sich unter anderem dafür ein, Homofeindlichkeit in der russischsprachigen Community in Deutschland zu bekämpfen und russischsprachige Homo-, Bi- und Transsexuelle in Deutschland zu vernetzen.

„Unsere Beziehung mit Marzahn hat sich seit dem letzten Jahr sehr positiv entwickelt“, sagt Chayka. Inzwischen befinde sich sogar das Büro der Organisation dort. „Wir sind also nicht mehr nur zu Gast in Marzahn, sondern auch zu Hause“, sagt sie.

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