Auf CSD und Dyke*March herrscht Maskenpflicht. Foto: imago images/Müller-Stauffenberg
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Christopher Street Day in Berlin Route, Programm, Alternativen – alle Infos zur CSD-Parade am Samstag

Die Straße gehört den Sternchen: Der Christopher Street Day beschließt am Wochenende den Pride Month in Berlin. Das müssen Sie über die Demos wissen.

Pandemie und so viel CSD wie nie. Auch der zweite Corona-Sommer ist ein besonderer. Schon im Juni gab es zum Auftakt des Berliner Pride Month einen neuen Sternenmarsch mit drei Zügen, es folgte der erste Trans Pride und der Marzahn Pride, am Freitagabend läutete der Dyke*March, die Demo für mehr lesbische Sichtbarkeit durch Mitte und Kreuzberg, den Abschluss des Regenbogen-Monats ein.

Am Samstag folgt der Höhepunkt: die traditionelle – jedoch deutlich verkleinerte – Parade zum Christopher Street Day. Weniger Party, mehr Politik: Das ist die Devise für diesen CSD. Der Queerspiegel begleitet den Tag mit diesem Liveblog.

Zugelassen sind dieses Mal nur fünf Trucks, von denen aus 35 Redner*innen gesellschaftspolitische Ansprachen halten. Ein Truck ist rein englischsprachig. Die Veranstalter rechnen mit 20.000 Teilnehmenden.

Natürlich habe man überlegt, ob angesichts der Pandemie überhaupt ein Christopher Street Day zu verantworten sei, sagte Ulli Pridat vom CSD-Vorstand im Vorfeld. Aber gerade angesichts des Wahljahres sei es wichtig, auf der Straße zu gehen: „Wir freuen uns darauf.“ Fußgruppen sind erlaubt, 122 sind angemeldet - wobei viele allerdings aus nicht einmal zehn Leuten bestehen.

Treffpunkt ist um 12 Uhr am Spittelmarkt, der Zug geht dann um 13 Uhr los und zieht über Brandenburger Tor und Siegessäule zur Urania. Am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Homosexuellen soll ein Kranz abgelegt werden.

Eine Abschlusskundgebung ist aus Infektionsschutzgründen nicht vorgesehen. Für alle, die in den Nollendorfkiez weiterziehen, werden dort Straßen gesperrt. Für den CSD gilt wie für den Dyke*March Maskenpflicht.

Das offizielle Motto des CSDs lautet „Save our Community – save our Pride“, eine Anspielung darauf, dass wegen der Coronakrise viele queere Einrichtungen um ihre Existenz bangen.

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Ein Forderungskatalog mit 32 Punkten ist aufgestellt worden, zu Themen wie Arbeit, Bildung, Hate Crimes, Trans, Regenbogenfamilien, Gesundheit – die Forderungen sollen auf dem Zug ebenfalls verlesen werden (alle Forderungen hier).

Parallelprogramm im Zenner und Berghain

Parallel zum CSD bietet das Zenner im Treptower Park ein Pride-Programm an. Dort in der Nähe wurde unlängst Drag Queen Gloria Viagra auf homofeindliche Weise attackiert.

Gloria präsentiert das Programm unter dem Motto „Tell us your (queer) story – Show your pride!“ (ab 15 Uhr). Um 13 Uhr öffnet der Pride Garten des Berghains. Große Partys sind wegen der Pandemie ansonsten nicht angekündigt.

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