"Viele idealisierten ihn: Robert Plant, Davis Bowie"

Elvis starb 1977. Foto: Elvis Presley Enterprises
Priscilla Presley im Interview Der Geist von Elvis

Okay. Welche Songs von der Tour bedeuten Ihnen am meisten?

„If I Can Dream“, „Kentucky Rain“ … Warum? Weil ich Elvis mit „Kentucky Rain“ im Studio gesehen habe – er hat sehr emotional reagiert. Es war kein Song, den seine Plattenfirma oder sein Management für ihn ausgesucht hat, sondern ein Lied, das er liebte. Kein Song aus einem Film, die mochte er nicht so. Außer „Can’t Help Falling in Love“ natürlich.

Sie sind Großmutter von vier Enkeln. Werden sie die Show sehen?

Ja, in den Staaten. Es kommen viele Kinder. Neulich habe ich eine Achtjährige im Elvis-Fan-Kleid gesehen. Mein Team hatte mich auf sie aufmerksam gemacht: „Oh mein Gott! Da ist dieses kleine Mädchen!“ Ich war den Tränen nahe. Also ließ ich sie hinter die Bühne kommen. Sie war so im Bann von Elvis, es war rührend.

Für viele große Künstler war Elvis eine Initiation. Bruce Springsteen beschreibt in seiner Autobiografie, wie er ihn zum ersten Mal in der Ed-Sullivan-Show sieht und das sein Leben verändert.

Ja, davon weiß ich. Ich habe das auch als Kind gesehen. Gestern Abend begegnete ich Roger … wie heißt der noch gleich?

Manager: Taylor!

Roger Taylor von Duran Duran. Er war sehr bewegt. Viele idealisierten Elvis: Robert Plant von Led Zeppelin, David Bowie. Elvis’ Einfluss war immens. Er trat die Tür zu deiner Kreativität auf, zertrümmerte alle Versteinerung. Get out of the box! Noch nie habe ich jemanden kennengelernt, der Elvis nicht mochte.

Haben Sie mit ihm darüber geredet, ob er mit einem Orchester auftreten möchte?

Er hat geäußert, dass er das wollte. Mir ist klar, ich bin ein großes Risiko eingegangen, weil er für Rock’n’Roll bekannt ist. Aber wenn das Royal Philharmonic Orchestra einem „King“ nicht genügt … Als wir das Album im Studio aufgenommen haben, folgten alle Musiker seinem Gesang – es war, als sei sein Geist anwesend.

Sie zeigen in der Show auch private Videos, die Sie in Graceland gedreht haben. War die Kamera immer dabei?

Nein. Elvis mochte es gar nicht, wenn er zu Hause gefilmt oder fotografiert wurde, weil draußen überall Paparazzi auf ihn lauerten. Ständig waren da Fans mit langen Teleobjektiven, sogar an der Zufahrt von Graceland. Schließlich schenkte er mir eine Videokamera, das muss so 1966 gewesen sein. Ich drehte einige Szenen, doch dann mochte er es nicht mehr. Seine Privatsphäre war ihm heilig. Stellen Sie sich mal vor: Irgendwann konnten wir nicht mehr in Restaurants gehen. Er duldete keine Fotos, die ihn beim Essen zeigten! Manchmal denke ich, wie es heute wäre – mit all den Smartphones.

Einen Twitter-Account hätte er wohl nicht?

Das hätte er gar nicht nötig. Die Leute folgten ihm ja auch so. Manchmal ritt er sein Pferd an den Zaun von Graceland und sagte den Kids „Hallo“.

Zur Startseite