"Es war das Schwerste überhaupt, ihn teilen zu müssen"

Priscilla Presley, 71, heiratete Elvis Presley 1967 in Las Vegas. Ihr gemeinsames Kind, Lisa Marie, kam 1968 zur Welt. 1973 wurde die Ehe geschieden. Foto: picture-alliance/ dpa
Priscilla Presley im Interview Der Geist von Elvis

Elvis war ein anderer Mensch, wenn er zu Hause war?

Klar. Die privaten Videoschnipsel, die ich zeige, offenbaren seine Verspieltheit. Er konnte ein kleiner Junge sein. Dann wieder zeigen sie ihn als Vater, der sehr stolz auf sein Baby gewesen ist. Man sieht ihn als Spitzbuben, als Ehemann … Material von unserer Hochzeit in Las Vegas ist auch dabei.

Nicht nur in den Staaten ist Elvis heute noch omnipräsent. Niemand hat so viele Doppelgänger wie er. Wie ist das für Sie?

Das war härter, als ich jünger war. Wissen Sie, ich habe ihn ja nicht vor 1969 live auf der Bühne gesehen. Da waren wir schon verheiratet! Als ich ihn dann sah, dachte ich: Oh mein Gott, so ist das also! Er war wie ein Tiger, den sie aus dem Käfig gelassen hatten, er lief ruhelos hin und her. Einfach wunderschön, so kraftvoll. Also war es das Schwerste überhaupt, ihn teilen zu müssen. Oh mein Gott. Ich konnte mich nicht daran gewöhnen. Und ich musste ihn nicht nur mit ein paar Fans teilen, sondern mit der ganzen Welt.

Kamen Sie irgendwann damit klar?

Nicht gut. Junge Frauen campten vor Graceland!

Haben die Ihnen auch leidgetan?

Ja, total. Ach, heute verstehe ich das alles besser – auch, was Elvis mir anvertraut hat. Ich habe nie kapiert, warum er nach Jahren der Bühnenerfahrung vor einem Konzert nervös war. Er sagte: „Das Publikum ist jedes Mal anders.“ Manchmal war das Publikum abwartend: Jetzt zeig mal, was du so drauf hast. Du kannst es dir nicht leisten, so selbstbewusst zu sein, dass du nicht mehr aufgeregt bist.

Elvis war auch dafür bekannt, dass er das Publikum manchmal foppte.

Ja, wenn er in guter Form war, dichtete er ein paar Zeilen um. Meistens hat’s niemand gemerkt, dann drehte er sich weg, weil er kichern musste.

Welche Rolle hatte Humor in Ihrer Beziehung?

Er hatte einen unkonventionellen Sinn für Humor. Wenn wir im Auto waren, und da kam dieses Verkehrszeichen „Stop ahead“, rief er: „Stop! A head!“ Wenn er einen Mars Bar (Mars-Riegel) aß, meinte er: „Komisch, gibt es eine Bar auf dem Mars?“ Oder, wenn es um Carpets (Teppiche) ging: „Did you ever see a Car Pet (Haustier)?“

Ihre wichtigste Lektion?

Nimm niemals etwas als gegeben hin. Das Leben kann dich austricksen.

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