Der Semeru auf Java spuckt seit mehreren Tagen Lava. Foto: Willy Kurniawan/Reuters
© Willy Kurniawan/Reuters

Update Vulkan auf Java spuckt Lava Zahl der Toten nach Ausbruch des Semeru steigt auf 34

Knapp 128 Vulkane in Indonesien sind noch aktiv. Beim Ausbruch des Semeru reagieren die Anwohner panisch. Mehrere Menschen kommen ums Leben.

Drei Tage nach dem Vulkanausbruch auf der indonesischen Insel Java haben Helfer weitere Leichen geborgen. Die Zahl der Toten bei der Eruption des Semeru sei auf 34 gestiegen, 16 weitere Menschen würden noch vermisst, teilte der örtliche Rettungsdienst mit.

Viele Opfer sind nach Angaben des nationalen Katastrophenschutzes bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Bislang hätten erst etwa ein Dutzend Tote identifiziert werden können.

Mindestens 68 Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt und erlitten Brandwunden. Viele Häuser waren bei dem Ausbruch fast komplett unter Asche begraben worden. Etwa 2000 Betroffene wurden unter anderem in Moscheen und Regierungsgebäuden untergebracht.

Der Vulkan im Osten von Indonesiens bevölkerungsreichster Insel war am Samstag ausgebrochen und hatte mit einer riesigen Rauchwolke in den umliegenden Dörfern den Tag zur Nacht gemacht.

Am Dienstag besuchte der indonesische Präsident Joko Widodo die Region, um sich ein Bild von der Lage zu machen. „Ich bin heute hergekommen um sicherzustellen, dass wir alles tun, um die Vermissten zu finden“, sagte er. Für die Menschen ohne Obdach müssten umgehend neue Häuser gebaut werden.

Menschen flohen panisch vor Asche und Lava

Zunächst hatte der Semeru, der höchste Berg der Insel Java, am Samstag turmhoch Asche und heiße Wolken in die Luft ausgestoßen, teilte die Katastrophenschutzbehörde des Landes (BNPB) in einer Erklärung mit. Die heiße Asche legte sich auf nahe gelegene Dörfer in der Provinz Ostjava und versetzte die Menschen in panikartige Flucht.

Auf der indonesischen Insel Java ist der Vulkan Semeru erneut ausgebrochen. Foto: Aditya Irawan/XinHua/dpa Vergrößern
Auf der indonesischen Insel Java ist der Vulkan Semeru erneut ausgebrochen. © Aditya Irawan/XinHua/dpa

Zehn Sandgrubenarbeiter, die in der Gegend arbeiteten und verschüttet wurden, konnten gerettet werden. Insgesamt mussten 902 Menschen evakuiert werden und 98 Personen wurden verletzt, gab die Katastrophenschutzbehörde bekannt.

Durch den Ausbruch wurde eine Brücke unterbrochen, die zwei Gebiete im nahe gelegenen Bezirk Lumajang mit der Stadt Malang miteinander verband. Zahlreiche Gebäude wurden zerstört.

Der Einsatz der Retter werde durch dicken Schlamm und den Einsturz einer größeren Brücke zwischen zwei Distrikten erschwert, sagte Suharyanto, der Leiter des Nationalen Katastrophenschutzes. „Der Schlamm ist so dick, dass selbst Fahrzeuge mit Vierradantrieb kaum durchkommen“, sagte er weiter.

„Wir richten an mehreren Orten in Lumajang Notunterkünfte ein“, sagte der Sprecher des Nationalen Katastrophenschutzes, Abdul Muhari. Darin suchten bis zum Abend mindestens 300 Familien Schutz. In einem Umkreis von fünf Kilometern um den Vulkan wurde eine Sperrzone eingerichtet. Glühende Lava floss bis zu 800 Meter weit vom Kraterrand, wie Muhari weiter mitteilte.

Seit Dezember 2020 aktiv

Der fast 3700 Meter hohe Vulkan ist der höchste Berg auf Java und liegt im Nationalpark Bromo-Tengger-Semeru im Osten von Indonesiens bevölkerungsreichster Insel. Er ist seit Dezember 2020 wieder verstärkt aktiv.

[Wenn Sie alle aktuellen Nachrichten live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Der Distriktchef von Lumajang, Thoriqul Haq, sagte, seit Freitag sei ein Grollen aus dem Vulkan zu hören gewesen. „Nun ist es finster in den Dörfern“, sagte er dem Sender Kompas TV.

Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring. Dort stoßen mehrere tektonische Platten aufeinander, sodass sich besonders häufig Erdbeben und Vulkanausbrüche ereignen.

Der Inselstaat mit rund 275 Millionen Einwohnern hat knapp 128 aktive Vulkane. In diesem Jahr waren bereits der Merapi auf Java, der Sinabung auf Sumatra und der Lewotolo auf Lembata ausgebrochen. (dpa, AFP)

Zur Startseite