Die katholische Kirche bemüht sich um die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs. (Symbolbild) Foto: Friso Gentsch/dpa
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Vorwürfe gegen Emil Stehle Kirche soll Missbrauchstäter in Lateinamerika versteckt haben

Der ehemalige Bischof Stehle soll Täter in Ecuador und Kolumbien versteckt haben. Das geht aus Recherchen der ARD und der Zeitung „El País“ hervor.

Der frühere Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat und Bischof Emil Stehle (1926-2017) soll Missbrauchstäter in seinem Bistum in Ecuador aufgenommen haben.

So habe Stehle etwa im Jahr 1990 einen Priester aus dem spanischen Erzbistum Barcelona, gegen den schwere Missbrauchsvorwürfe erhoben wurden, in seiner Diözese Santo Domingo de los Colorados in Ecuador arbeiten lassen und ihn später zu seinem Privatsekretär ernannt.

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Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Recherche des ARD-Politikmagazins „report München“ und der spanischen Tageszeitung „El País“, die am Dienstagabend als Fernsehbeitrag ausgestrahlt wird und zuvor bereits als Text auf der Nachrichtenseite „tagesschau.de“ veröffentlicht wurde. In einem weiteren Fall soll Stehle einen Priester des Erzbistums Cali in Kolumbien in seiner Diözese aufgenommen haben.

Aufarbeitung der Fälle dauert an

Derzeit läuft eine unabhängige Untersuchung zur Zeit Stehles als Adveniat-Geschäftsführer (1977-1988) und Leiter der „Fidei Donum“-Stelle der Deutschen Bischofskonferenz (1972-1984). Der spätere Bischof soll in dieser Funktion Priestern, die in Deutschland mutmaßlich Missbrauch begangen hatten, die Flucht in Länder Lateinamerikas ermöglicht haben.

Laut ARD arbeitet unter der Ägide des heutigen Bischofs von Santo Domingo de los Colorados, Bertram Wick, auch das Bistum in Ecuador derzeit zehn Altfälle sexuellen Missbrauchs in der Diözese auf, die aus der Zeit Stehles und seines Nachfolgers stammen. Seit 2016 laufe die Aufarbeitung, so der juristische Vikar des Bistums, Padre Jorge Apolo.

Auf Anfrage des Internetportals katholisch.de sagte ein Sprecher von Adveniat, dass die Fälle der ausländischen Priester nicht in der Untersuchung vorkämen. Für die Studie würden die Informationen zu den deutschen Fidei-Donum-Priestern ausgewertet.

Die Arbeitsstelle „Fidei Donum“ (Geschenk des Glaubens) war für die Koordination der Auslandseinsätze der aus deutschen Bistümern nach Lateinamerika entsandten Geistlichen zuständig. Der lateinische Name bezieht sich auf eine Missionsenzyklika von Papst Pius XII. aus dem Jahr 1957, in der er dazu aufrief, Priester nach Afrika, Asien und Südamerika zu entsenden, um den dortigen Priestermangel zu beheben.

Fünf Betroffene erheben Missbrauchsvorwürfe gegen Stehle

Adveniat kündigte im Mai an, dass die Ergebnisse der Untersuchung noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Anschließend würden die Bistümer informiert, denen die betreffenden Priester angehörten, da sich dort die Personalakten befinden würden.

Im vergangenen Jahr waren zudem Missbrauchsvorwürfe gegen Stehle selbst bekanntgeworden. Nach der Vorstellung der Missbrauchsstudie des Bistums Hildesheim hatte sich eine Betroffene bei der Obfrau der verantwortlichen Expertengruppe gemeldet. Bis Februar meldeten sich weitere Betroffene, sodass von fünf Leuten Hinweise auf Missbrauchstaten durch den späteren Bischof vorliegen. (KNA)

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