Der Vizedirektor des Marine-Geheimdienstes (ONI), Scott Bray zeigt ein Video von nicht identifizierbaren Flugobjekten. Foto: Kevin Dietsch//AFP
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Update „Unerklärlich, aber real“ Ufos geben US-Militär weiter Rätsel auf

Can Merey - dpa

Dem US-Militär liegen immer mehr Meldungen über nicht identifizierte Flugobjekte vor. Hinweise über einen außerirdischen Ursprung gibt es allerdings nicht.

Zahlreiche Beobachtungen von unidentifizierten Flugobjekten aus den vergangenen Jahren geben dem US-Militär weiterhin Rätsel auf. Das ging am Dienstag bei der ersten Anhörung im US-Repräsentantenhaus seit mehr als 50 Jahren zu „nicht identifizierten Luftphänomenen“ (UAP) hervor - so bezeichnet das US-Militär Ufos.

Der Vizedirektor des Marine-Geheimdienstes (ONI), Scott Bray, sagte, die UAP-Task-Force in seiner Behörde habe aber keine Hinweise darauf, dass unter den unerklärlichen Himmelsobjekten solche außerirdischen Ursprungs seien.

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Der Vorsitzende des Unterausschusses für Spionageabwehr im Repräsentantenhaus, Andre Carson, sagte: „UAP sind unerklärlich, das ist wahr. Aber sie sind real. Sie müssen untersucht werden.“

Offen für alle Hypothesen

Der Abgeordnete Peter Welch merkte an: „Keiner weiß, ob es außerirdisches Leben gibt. Es ist ein großes Universum. Und es wäre ziemlich anmaßend, eine eindeutige Schlussfolgerung zu ziehen.“ Der hochrangige Pentagon-Mitarbeiter Ronald Moultrie, der sich bei der Anhörung als Science-Fiction-Fan outete, sagte: „Wir sind offen für alle Hypothesen und Schlussfolgerungen, auf die wir stoßen könnten.“

Bray sagte: „Seit den frühen 2000er Jahren haben wir eine zunehmende Anzahl von nicht genehmigten und/oder nicht identifizierten Flugzeugen oder Objekte beobachtet.“ Berichte über Sichtungen dauerten an. Die Zunahme der Meldungen sei auch auf Faktoren wie verbesserte Sensoren oder neuere Flugsysteme wie Drohnen zurückzuführen.

Der Vizedirektor des Marine-Geheimdienstes (ONI), Scott Bray und der Pentagon-Mitarbeiter Ronald Moultrie bei der Anhörung. Kevin Dietsch/Getty Images/AFP Foto: Vergrößern
Der Vizedirektor des Marine-Geheimdienstes (ONI), Scott Bray und der Pentagon-Mitarbeiter Ronald Moultrie bei der Anhörung. © Kevin Dietsch/Getty Images/AFP Foto:

Sie sei aber auch eine Folge der Bemühungen des Militärs, die früher mit einem Stigma belegten Meldungen über Sichtungen von unbekannten Flugobjekten einzufordern. „Die Botschaft ist nun deutlich: Wenn Sie etwas sehen, müssen Sie es melden.“

Im Juni vergangenen Jahres hatten die US-Geheimdienste einen Bericht zu UAP vorgelegt. Daraus ging hervor, dass es keine Erklärungen für rund 140 Himmelserscheinungen aus den vergangenen zwei Jahrzehnten gab. Bray sagte, seit der Veröffentlichung des Berichts habe die Zahl der gemeldeten Beobachtungen auf rund 400 zugenommen.

Bislang keine Zusammenstöße mit US-Kampfjets

Bray zeigte bei der Anhörung zwei Videos. Auf einem davon war nach seinen Worten ein „kugelförmiges Objekt“ zu sehen, das am Cockpit eines Kampfjets vorbeifliegt. „Ich habe keine Erklärung dafür, was dieses spezifische Objekt ist.“ 

Ein zweites Video zeigte ein dreieckiges schwebendes Objekt, das durch ein Nachtsichtgerät beobachtet worden sei. Einige Jahre später seien von der Marine ähnliche Beobachtungen gemacht worden. Bray beschrieb die Objekte als „unbemannte Luftfahrtsysteme“.

Bray sagte auf Nachfrage, Zusammenstöße von US-Kampfjets mit den unbekannten Objekten habe es bislang nicht gegeben. „Wir hatten aber mindestens elf Beinahe-Zusammenstöße.“ Kommunikation mit den Objekten habe es nicht gegeben. US-Streitkräfte hätten in keinem Fall das Feuer auf ein UAP eröffnet.

Beobachtung nicht auf die USA beschränkt

Der Marine-Geheimdienstler sagte weiter, die Beobachtungen seien nicht auf die USA beschränkt. „China hat seine eigene Version einer UAP-Taskforce eingerichtet. Es ist also klar, dass eine Reihe von Ländern Dinge im Luftraum beobachten, die sie nicht identifizieren können.“

Nur ein Teil der Anhörung war öffentlich. Mehrere Fragen der Abgeordneten an Bray und Moultrie sollten danach hinter verschlossenen Türen diskutiert werden.

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