Polizisten stehen auf dem Gelände eines Brauchtumsfest im Siegerland. Bei dem Fest war es zu einer Explosion mit zehn Verletzten gekommen. Foto: Berthold Stamm/dpa
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Tödliche Explosion auf „Backesfest“ Ursache für Unglück geklärt

Eine riesige Stichflamme hatte auf einem Dorffest in Nordrhein-Westfalen mehrere Menschen verletzt, eine Frau starb. Nun ist klar, was das Unglück verursachte.

Die Polizei hat die Ursache des Unglücks in Freudenberg-Alchen, infolge dessen eine 67-Jährige Dorfbewohnerin starb, ermittelt. „Wir wissen, wie dieser Feuerball, diese Explosion entstanden ist“, sagte ein Polizeisprecher am Montagabend. Demnach sei eine selbstgebaute Bratpfanne Grund für das Unglück. Diese sei ein doppelwandiger Eigenbau gewesen mit einem Zwischenraum, der eine bessere Wärmeverteilung ermöglichen sollte.

Die Pfanne sei aufgeplatzt und es sei eine heiße Flüssigkeit aus dem gefüllten Zwischenraum herausgeschleudert worden – in die Flamme unter der Pfanne. Dabei habe es sich vermutlich um Öl gehandelt. Ähnlich wie bei einem Autovergaser habe dieses explosive Gemisch gezündet.

Als Ursache kämen ein technischer Defekt, ein Bedienfehler oder auch eine Materialermüdung in Betracht. Die Ermittler gingen unter anderem der Frage nach, wer die riesige Pfanne, die sehr professionell gemacht sei, vor Jahren gefertigt habe. Falls es mehrere davon geben sollte, sei möglicherweise vor einer Gefahr zu warnen.

Rettungshubschrauber brachten die Verletzten in Kliniken

Mit einer riesigen Stichflamme war am Sonntag gegen 11:50 Uhr die gasbetriebene Bratkartoffel-Pfanne unter einem überdachten Grillstand explodiert. Das Feuer, das wegen der Überdachung nicht nach oben habe ausweichen können, habe sich seitwärts bewegt und so Umstehende verletzt. Eine Frau starb wegen der Verbrennung. Fünf weitere Menschen erlitten schwere Brandverletzungen, einer einen Herzinfarkt. Rettungshubschrauber brachten sie in Kliniken.

Der laute Knall der Verpuffung war am Sonntag nach Angaben der Feuerwehr bis in die angrenzenden Ortschaften zu hören. Augenzeugen und Gäste des ehrenamtlich organisierten Festes in der kleinen Ortschaft zeigten sich tief betroffen. Zwischen 100 und 150 Menschen waren laut Polizei zum Zeitpunkt des Unglücks vor Ort.

Ein Augenzeuge berichtete der Zeitung „Westfalenpost“ von einem Feuerball und Menschen, die brennend aus dem Unterstand gelaufen seien. Notfallseelsorger waren im Einsatz, die Polizei sprach von einer „furchtbaren Tragödie“. Beim sogenannten „Backesfest“ wird traditionell eine alte dörfliche Backstube in Betrieb genommen. In diesem Jahr hatte das Fest laut Feuerwehr ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr der nun 675 Jahre alten Ortschaft werden sollen. (dpa)

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