Götz George und Chiem van Houweninge (li.) im Jahr 2015. Foto: Jörg Carstensen/dpa
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Tatort-Legende „Schimanski“-Nachfolge geplant

Ermittelt künftig „Seine Tochter“? Die Tatorte von Götz George sollen eine Fortsetzung bekommen. Dafür wurden frühere Weggefährten engagiert.

Es ist eine sehr mutige Idee, aber ist es zugleich auch eine sehr gute? Schimanski, diese legendäre, nicht nur die 1980er Jahre prägende Fernsehfigur, soll wiederauferstehen. Nicht der „Tatort“-Ermittler selber – sein kongenialer Darsteller Götz George ist ja 2016 gestorben – sondern mittels seiner Filmtochter Emilia. Keine, aber eine Art Fortsetzung.

Die Idee von Produzent Torsten Rüther ist noch im Projektstadium. Bisher sind laut „Bild am Sonntag“ sechseinhalb Minuten gedreht, quasi ein Muster für Fernsehsender oder Streamingdienste, die in die Produktion, vor allem Finanzierung der geplanten acht Folgen einsteigen sollen.

„Seine Tochter“ wird gespielt von Luise Großmann. Die 25-jährige Schauspielerin agiert in der ZDF-Serie „Blutige Anfänger“, hat 2018 im Kurzfilm „Entzwei“ mitgewirkt, Theater gespielt und Werbung gemacht. Großmann sagte der „BamS“, sie hätte vor zwei Jahren die Idee mit Produzent Rüther entwickelt. „Für uns ist es eine Verneigung vor dem, was Götz George geschaffen hat. Jetzt versuchen wir, die alte und die neue Generation zusammenzuführen.“

„Seine Tochter – ist sie es wirklich?“

Ihre Emilia ist eine angehende Journalistin bei „FACT-ed“, einem Recherche-Netzwerk in Kreuzberg. „Eine Autobombe explodiert. Emilias Identität stürzt zusammen. Sie muss alles, was sie geglaubt hat, von einer Sekunde auf die andere infrage stellen“, heißt in einer Mitteilung von Hello Moment Productions. Emilias Reise beginnt, immer verbunden mit der Frage: „Seine Tochter – ist sie es wirklich?“

Chiem van Houweninge, der einst Schimanskis Kollegen Hänschen spielte, ist wieder mit dabei. Foto: Vergrößern
Chiem van Houweninge, der einst Schimanskis Kollegen Hänschen spielte, ist wieder mit dabei.

Berechtigte Frage. In 29 Folgen „Schimanski“ war nie von einer Tochter die Rede, andererseits hatte der Fahnder trotz Dauerfreundin Marie-Claire etliche Frauengeschichten. Da war alles drin, auch eine Tochter.

„Seine Tochter“ will sich bewusst in die Nachfolge des ARD-Klassikers stellen. Frühere Weggefährten sind engagiert worden, „Schimmi“-Erfinder Hajo Gies ist als Berater mit von der Partie, für weitere Credibility soll Chiem van Houweninge sorgen, der einst Schimanskis Kollegen Hänschen spielte und in „Seine Tochter“ eine Rolle übernimmt und dabei quasi die personelle Brücke zwischen Vater und Tochter bilden wird. Der 79-jährige Schauspieler findet „die Idee grandios und toll. Luise ist jung, hat eine enorme Poesie und spielt sehr gut“.

Schimanskis Tochter wird gespielt von Luise Großmann. Foto: Anne Schönharting Vergrößern
Schimanskis Tochter wird gespielt von Luise Großmann. © Anne Schönharting

Die Produktion hat zweifellos Ehrgeiz. Der Cast belegt es, Herbert Knaup, Tim Oliver Schultz, Gitta Schweighöfer, Vinzenz Kiefer und Constantin von Jascheroff werden für die Besetzungsliste genannt. Das ist nicht irgendwer, das ist erste Reihe.

Götz George als Horst Schimanski ist dem Publikum ganz vorne im Gedächtnis geblieben, 2008 wurde sein Bulle zum beliebtesten „Tatort“-Kommissar aller Zeiten gewählt. In diesem Kosmos muss sich „Seine Tochter“ bewähren.

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