Die Speisekarte des Imbiss' war aufgemalt. Foto: Luigi Spina/AFP
© Luigi Spina/AFP

„Streetfood-Angebot“ vor 2000 Jahren Antiker Imbiss mit „Speisekarte“ in Pompeji ausgegraben

Ente, Schwein, Ziege sowie Fisch und Schnecken: Das Angebot des jetzt ausgegrabenen Imbiss in Pompeji war üppig, wie Abbildungen und Essenreste zeigen.

In Pompeji ist ein antiker Schnellimbiss komplett ausgegraben und der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Wie die Ausgrabungsverwaltung am Samstag mitteilte, wurden in Behältnissen der reich bemalten Theke noch Essensreste und Tierknochen gefunden. Diese erlaubten Rückschlüsse auf das „Streetfood-Angebot“ vor knapp 2000 Jahren.

Fotos von der Vorderseite der Theke zeigen Motive mit Tieren und mythologische Gestalten. Die kräftige Farben sind bestens erhalten. Die Abbildungen weisen zum Teil auf das Speiseangebot hin: ein Hahn, zwei Stockenten, Schafe, Ziegen.

[Wenn Sie die wichtigsten Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere runderneuerte App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Tatsächlich fanden die Archäologen in den Amphoren des sogenannten Thermopoliums Knochen von Enten, Schweinen und Ziegen sowie Reste von Fisch und Weinbergschnecken. Zu sehen sind an Wänden und Theke außerdem die mythologische Frauenfigur einer Nereide mit Pferdegespann, ein Kettenhund und Ornamente.

Abgebildet sind auch mythologische Gestalten. Amphoren waren in die Theke eingelassen. Foto: Luigi Spina/AFP Vergrößern
Abgebildet sind auch mythologische Gestalten. Amphoren waren in die Theke eingelassen. © Luigi Spina/AFP

In den Imbiss-Räumen fanden die Wissenschaftler zudem neun Amphoren, eine bronzene Trinkschale (Patera), zwei Glasfläschchen sowie ein kugelförmiges Kochgefäß (Olla) aus Ton. Inzwischen sind im antiken Pompeji etwa 80 solcher Thermopolium-Imbissstände bekannt.

Teile der Anlage in der Region V des Ausgrabungsgeländes waren bereits 2019 entdeckt worden. Das antike Pompeji wurde 79 n. Chr. bei Ausbruch des Vesuv verschüttet.

In der Nähe des jetzt freigelegten Thermopoliums waren zuvor auch Skelettteile menschlicher Opfer der Katastrophe entdeckt worden, unter anderem von einem über 50-jährigen Mann. Zum Teil waren diese Überreste bereits im 18. Jahrhundert von Schatzsuchern durcheinandergebracht worden. Diese hatten in die Schlacke, die das antike Pompeji bedeckt, Tunnel gegraben. (KNA)

Zur Startseite