Seit November sind schon wieder vermehrt Touristen nach Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura gekommen. Foto: Desiree Martin/AFP
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Sehnsucht nach Meer Kanaren bereiten sich auf Touristen im Winter vor

Auf den Inseln hat man es geschafft, die Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 zu senken. Doch einreisen darf ab jetzt nur noch, wer einen negativen Test vorlegen kann.

Spaniens Tourismusministerin hat in diesem Jahr keinen leichten Job. Immer wieder musste sie auf neue Regelungen reagieren. Jetzt ist sie wieder zuversichtlich, dass das Jahr für sie doch noch einigermaßen versöhnlich endet. „Die Kanaren sind ein sicheres Reiseziel“, sagt Reyes Maroto. „Und die Inseln sind gut vorbereitet, um wieder Urlauber zu begrüßen.“

Maroto hatte sich eigens in die Ferienhochburg San Bartolomé de Tirajana im Süden Gran Canarias aufgemacht, um den Startschuss für die nun anlaufende Hochsaison zu geben.

Bei Luft- und Wassertemperaturen von mehr als 20 Grad kann man es auf den Kanaren in der kalten Jahreszeit gut aushalten. Und von den meisten Ländern werden die Inseln, zu denen unter anderem Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura und Lanzarote gehören, nicht als Corona-Risikogebiet eingeordnet. Auch Deutschland hat seine Reisewarnung zurückgenommen. Das Archipel im Atlantik ist somit derzeit eines der wenigen Reiseziele in Europa, die als vergleichsweise sicher angesehen werden.

Sieben-Tage-Inzidenz unter 50

Das ist der Lohn für die Anstrengungen der Inselregierung, die Epidemie in den Griff zu bekommen. Die Kanaren haben es in den vergangenen Wochen geschafft, die Sieben-Tage-Inzidenz von neuen Infektionen auf unter 50 Fälle pro 100.000 Einwohner zu drücken.

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Allerdings ist die Lage nicht auf allen Inseln gleich. Teneriffa, das größte und bevölkerungsreichste Eiland, liegt mit 72 Fällen pro 100 000 Bewohner über dem Schwellenwert von 50, ab dem zum Beispiel Deutschland eine Reisewarnung aussprechen kann. Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura befinden sich mit 20 bis 30 neuen Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen deutlich unter dieser Grenze.

Niedrige Anzahl an Neuinfektionen

Auf jeden Fall ist die Zahl der Neuinfektionen auf den Kanaren momentan weit niedriger als zum Beispiel in Deutschland, in Österreich, der Schweiz oder Luxemburg. Trotzdem haben die kanarischen und nun auch die zentralspanischen Behörden eine grundsätzliche Testpflicht für alle Einreisenden angeordnet. Auf den Kanarischen Inseln gilt diese Regelung von diesem Samstag an.

Mit Maske am Strand von Las Palmas. Foto: REUTERS Vergrößern
Mit Maske am Strand von Las Palmas. © REUTERS

Am 23. November tritt dann eine spanienweite PCR-Testpflicht für in- und ausländische Einreisende in Kraft. Allerdings nur für Reisende aus Risikogebieten, die auf Airports und Fährhäfen ankommen.

Die Analyse darf nicht älter als 72 Stunden sein und sollte auf Englisch oder Spanisch vorliegen. Antigen-Schnelltests werden nicht anerkannt, solange es keine EU-weite Einigung über deren Zuverlässigkeit gebe, erklärte das nationale Gesundheitsministerium.

Quarantänepflicht ist nicht vorgesehen

Eine Quarantänepflicht für Einreisende aus Risikoländern, wie sie etwa Deutschland vorschreibt, ist in Spanien derzeit nicht vorgesehen. Das heißt, wer mit einem negativen PCR-Test auf einem spanischen Flughafen ankommt, kann sich vom ersten Tag an frei bewegen.

Wer vom Stichtag an ohne Test einreist, muss mit einer Geldbuße von mindestens 3000 Euro rechnen. Zudem muss der Sünder dann vor Ort auf eigene Kosten eine Analyse machen und das Ergebnis in Quarantäne abwarten.

Da die Bestimmungen ständig der Lage angepasst werden, sollten sich Spanienreisende vor der Ankunft auf den Webseiten der diplomatischen Vertretungen oder beim Reiseveranstalter informieren – auch hinsichtlich anderer Corona-Beschränkungen. Dazu gehört zum Beispiel eine Maskenpflicht. Und eine spanienweite nächtliche Ausgehsperre, die nur auf den Kanaren nicht gilt. Zudem muss vor der Abreise im „Spain Travel Health-Portal“ ein Gesundheitsfragebogen ausgefüllt werden.

Für die großen Reisekonzerne kommt die von Spanien angeordnete PCR-Pflicht überraschend. Die Urlaubskonzerne wollten ihren Kunden günstige Antigen-Schnelltests vermitteln, die vor Abflug zu Hause oder nach der Ankunft am Zielort absolviert werden können. Dies war zum Beispiel mit der kanarischen Regionalregierung so ausgehandelt worden. Doch nach Inkrafttreten des neuen spanischen Regierungsdekrets, wonach nur noch negative PCR-Analysen als Nachweis zulässig sind, wird keine Einreise mehr mit einem Schnelltest möglich sein.

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